Bahnhofstraße soll Wegweiser werden

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Jens Hendrix ist seit einem halben Jahr Baudezernent der Stadt Hattingen. Der 47-jahrige Stadtplaner hat zwei Großprojekte vor der Brust und auswärtige Radfahrer im Blick.

Hattingen.  Er findet das Ruhrgebiet interessant und ist inzwischen wohl auch heimisch geworden: Jens Hendrix, seit August 2013 Baudezernent der Stadt Hattingen, stammt aus Koblenz und hat an der Technischen Universität in Dortmund Raumplanung studiert. Über Dessau und Weimar, die beiden als Bauhaus-Städte bekannten Architektur-Schmieden der Republik, und das großstädtische Berlin kam Hendrix zur Jahrtausendwende nach Bochum. 13 Jahre arbeitete er im Stadtplanungsamt der Nachbarstadt, seit 2008 als Leiter der Abteilung Stadtentwicklung.

Als Hattingen als Nachfolger für Gerhard Rohde einen ausgewiesenen Stadtplaner suchte, war der Karrieresprung für Jens Hendrix nur ein kleiner Schritt über die Ruhr. Im August 2013 bezog er sein Büro im städtischen Verwaltungsgebäude an der Hüttenstraße. Dort, im Schatten des Hochofens im Industriemuseum Henrichshütte, hat der 47-Jährige auch den Stadtteil direkt im Blick, der ihn in den kommenden Jahren besonders beschäftigen wird: Welper. Das Integrierte Handlungskonzept zur Verbesserung der sozialen und kulturellen, städtebaulichen und architektonischen Qualität des Stadtteils im Rahmen des Stadtumbaus West bringt der neue Baudezernent am Dienstag, 25. Februar, in den Stadtentwicklungsausschuss und damit in eine umfangreiche parlamentarische Beratung ein (wir berichteten).

Ein neuer Flächennutzungsplan

Wobei Hendrix großen Wert darauf legt, den präventiven Charakter des Projekts zu betonen. Es gehe nicht um Löschaktionen in einem „sozialen Brennpunkt“, wohl aber um die Stabilisierung eines Stadtteils mit guten Voraussetzungen. Dass Jens Hendrix im politischen Tagesgeschäft auch rhetorisch zur Versachlichung beitragen will und kann, hat er gleich in seinen ersten Amtstagen bei einem anderen höchst kontrovers diskutierten Thema bewiesen: der Moschee. Mit Gesprächsangeboten, Informationsrunden und Besichtigungstouren trug er dazu bei, die hitzige Debatte um die Neubaupläne aus dem politischen Brennpunkt zu ziehen.

Etwas ruhiger, dafür aber arbeitsintensiver kommt das zweite Großprojekt daher, das die Bauverwaltung in den nächsten Jahren zu stemmen hat: einen neuen Flächennutzungsplan.

Apropos Plan: Den hat Jens Hendrix zum Wohle auswärtiger Radfahrer wie der Händler und Gastronomen der City als persönlichen Favoriten auf seine Arbeitsliste gesetzt. „Wir müssen die Radler auf dem Ruhrtal-Radweg besser in die Innenstadt ziehen. Die Bahnhofstraße ist der Schlüssel dazu.“

 
 

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