Autorin Sarina Stützer macht aus Nordluft Mordlust

Präsentiert zwei Bücher mit Beiträgen: Autorin Sarina Stützer. Gerade ist eine bitterböse Kurzgeschichte erschienen. 
Präsentiert zwei Bücher mit Beiträgen: Autorin Sarina Stützer. Gerade ist eine bitterböse Kurzgeschichte erschienen. 
Foto: Funke Foto Services
Ihre bitterböse Kurzgeschichte „Nordluft“ erschien in der Anthologie „Das Schwein hat blaue Augen“

Hattingen..  Zum Töten bleibt die Sporthose an. Und der kleine Mo kriegt ein paar Plasmodien – dank Autokorrektur. Sie sorgt für die skurrilsten Stilblüten. Harmloses Haaretönen wird zum Tötungsvorsatz. Statt Playmobil gibt es einzellige Parasiten zum Geburtstag.

Die Autorin Sarina Stützer setzt mit ihrer Kurzgeschichte „Nordluft“ genau da an. Aus der titelgebenden Nordluft macht die Autokorrektur die Mordlust, und statt des Joggingausflugs im Park steht für Gerd ein Aufenthalt in der Untersuchungshaft an. Die Geschichte ist in der Anthologie „Das Schwein hat blaue Augen“ des Schreiblust-Verlags nachzulesen.

Der Verlag hatte für das Buch über Internetausschreibung eigens nach bösen Geschichten gesucht. Von etwa 580 Einsendungen schafften es 35 in die Blütenlese. Dass der Verlag böse Geschichte suchte, lässt es erahnen: Stützers „Nordluft“ hat nicht mal ansatzweise mit dem skurrilen, teils schlüpfrigen Humor zu tun, für den die sogenannten Autokorrektur-Fails“bekannt sind. Ganz im Gegenteil. „Sie ist bitterböse“, sagt Autorin Sarina Stützer.

„Für die Ausschreibung durften drei Texte eingeschickt werden“, erzählt Stützer. Thema und Länge waren vorgegeben: 10000 Zeichen, etwa fünf bis sechs Buchseiten. Einer lag bereits in ihrer Schublade, zwei Texte habe sie eigens für die Ausschreibung verfasst, darunter Nordluft. Mit den beiden Geschichten, die nichts für die Anthologie waren, beschritt sie eine andere Richtung. „Eher böse-lustig als böse-bitter“, sagt sie. Doch auch über die jetzige Auswahl freue sie sich. „Wie jedes Mal, wenn eine meiner Geschichten veröffentlicht wird.“

Sarina Stützer studierte Kunstgeschichte in München und hat auch hauptberuflich mit Texten zu tun. „Ich bin freie Lektorin“, erzählt sie. Doch geschrieben habe sie immer, schon in der Grundschule. „Meine ersten Murksversuche“, nennt es die 50-Jährige und lacht. Später nahm sie ihr Hobby wieder auf, schrieb auch für die Presse und belegte im Jahr 1999 einen Kurs für kreatives Schreiben bei der Wuppertaler Frauenberatung. „Damals habe ich direkt den Bergischen Literaturpreis gewonnen.“ Seitdem verfasst Stützer hauptsächlich Kurzgeschichten. Ein eigener Roman sei in Vorbereitung. Allzu viel wolle sie nicht verraten, da es bis zur Veröffentlichung noch Zeit brauche. „Es wird aber ein Fantasyroman“, sagt Sarina Stützer.

 

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