Auf jüdischer Spurensuche

Foto: WAZ FotoPool
Schülerprojekt „Jüdisches Leben der Gegenwart in Hattingen“ als Ausstellung im Bügeleisenhaus.

Hattingen..  Schabbat, Chanukka, Laubhüttenfest - das Unbekannte verstehen lernen. In einem Kooperationsprojekt von Schülern der Realschule Grünstraße, des Stadtarchivs und des Heimatvereins präsentiert das Museum im Bügeleisenhaus noch bis zum 8. Dezember eine Sonderausstellung zum Thema „Jüdisches Leben der Gegenwart“.

Entstanden ist das Projekt im Rahmen des Hattinger interreligiösen Projekts „Engel der Kulturen“. Dabei hatten sich die Schüler der Religionskurse der Klassen 8 und 10 im letzten Jahr eine Synagoge in Bochum angesehen und bei einem Stadtrundgang durch Hattingen das jüdische Leben vor dem Holocaust erforscht. „Wir möchten einen Dialog der verschiedenen Religionen und Kulturen in Hattingen schaffen“, sagt Religionslehrerin Judith Nockemann (48). Insgesamt 37 Schüler haben sich viele Monate intensiv mit dem heutigen Alltag der jüdischen Menschen auseinandergesetzt. „Dabei ist etwas ganz tolles zustande gekommen, was bereits im Vorfeld auf großes Interesse gestoßen ist“, sagt Lars Friedrich (44), Vorsitzender des Heimatvereins. „Jüdisches Leben der Gegenwart ist in dieser Form noch nicht dargestellt worden.“

Die Ausstellung zeigt Steckbriefe zu Juden, die in Hattingen gelebt haben, Bilder von koscherem und nicht-koscherem Essen, erklärt jüdische Kultgegenstände wie beispielsweise die „Kippa“ (Gebetsmütze) und jüdische Feste oder Traditionen wie die „Bar Mitzwa“ (Tag und Feier der Religionsmündigkeit). Jeden Samstag und Sonntag werden die Schüler in ihrer Freizeit Grundschulklassen durch die Ausstellung führen und ihnen durch Begleitaktionen, wie beispielsweise das Basteln einer Synagoge das Thema „Jüdisches Leben der Gegenwart“ nahe bringen

„Ich finde es ganz toll, dass das Thema bei den jungen Leuten auf so großes Interesse gestoßen ist“, sagt Olga Gorch (40) von der Integrationsagentur der jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen. Und Malte Martin (16) fasst zusammen: „Durch den Reliunterricht hatten wir nur ein Grundwissen. Jetzt wissen wir die Alltagssachen, wie die Juden gelebt haben und heute leben. Und in einem Schnellkurs haben wir sogar gelernt, wie unsere Namen auf hebräisch geschrieben werden.“

 
 

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