Auf Fußballschuhe folgten Pferdehufe

Foto: Barbara Zabka
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Seit 2011 überdeckt auf dem Gelände der Familie zur Nieden Sand die Asche, auf der der TuS Bredenscheid lange spielte.

Hattingen..  Früher versuchten auf dem Platz in Bredenscheid Fußballer, den gegnerischen Torhüter mit ihren Schüssen zu überwinden, heute springen hier Pferde über Hindernisse.

Im Jahr 1907, seinem Gründungsjahr, bekam der TuS Bredenscheid ein Stück Weideland von der Familie zur Nieden zur Verfügung gestellt. Im Laufe der Jahre wurden die Bande zwischen Familie und Verein enger. „Wir sind als Kinder damit aufgewachsen“, sagt Jürgen zur Nieden (62). Besonders in Erinnerung ist ihm die Feier zum 50-jährigen Bestehen des TuS’ geblieben, 1957. „Da war ich ein Kind. Es gab Karussells und Zelte, wir haben damals auch den Rest der Anlage zur Verfügung gestellt.“ Der Platz sei lange „Dreh- und Angelpunkt“ Bredenscheids und zugleich „einer der am besten zu bespielenden Plätze“ in der Stadt gewesen, wie Jürgen zur Nieden sagt.

Aber es ging bergab mit dem TuS, bis der Verein schließlich den Spielbetrieb einstellte. Da spielte mit der BSG Hill schon seit 1969 ein weiterer Klub an der Bredenscheider Straße, der sich seit seinem Beitritt in den Deutschen Fußball-Bund (DFB) 1991 SG Hill Hattingen nennt. Später, im Jahr 2009, sollte mit dem neu gegründeten FC Sandzak noch ein weiterer hinzu kommen. Auch der heutige Landesligist Sportfreunde Niederwenigern absolvierte in Bredenscheid Meisterschaftsspiele, als sein Kunstrasen gebaut wurde.

Mit dem Ende des TuS Bredenscheid wurde trotzdem auch das Ende des Fußballplatzes eingeläutet. Es gab keinen tief verwurzelten Verein mehr auf dem Platz, zudem kam eine Diskussion um neu zu errichtende Kunstrasenplätze auf – und in deren Zuge wurde auch über Einsparmöglichkeiten nachgedacht, denn seit den 1970er Jahren hatte die Stadt den Platz von der Familie zur Nieden gepachtet. Am Ende wurde entschieden, den Pachtvertrag in Bredenscheid nicht zu verlängern. Am 20. November 2010 erzielte Hills Ümit Sardar das letzte Meisterschaftstor auf dem Bredenscheider Platz, am 1. Januar 2011 erfolgte die Übergabe an die Familie zur Nieden.

Nach dem Abschied der Ballsportler wurde der Platz in den Reiterhof der zur Niedens integriert, der sich seit 40 Jahren auf Zucht und Ausbildung spezialisiert hatte. „Der Platz war gut drainiert“, sagt Jürgen zur Nieden. So wurde Sand aufgebracht, und von der Fußballzeit ist lediglich die Flutlichtanlage übrig geblieben, die jetzt den jungen Reitern Licht für ihren Sport spendet. Zahlreiche Kinder und Mitglieder des Reitervereins Bredenscheid üben jetzt das Springreiten, wo früher um Bälle gekämpft wurde. „Der Verein und wir sind so aufgestellt, dass wir uns hauptsächlich um die Jugend kümmern“, sagt Jürgen zur Nieden. Im Oktober vergangenen Jahres war die Anlage bereits Austragungsort des ersten Kreisjugendturniers, im kommenden Herbst soll hier das Finale des Nürnberg-Pokals des Kreisreiterverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen stattfinden.

 

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