Armut auf Fotos festgehalten

Der Seniorentreff Kick präsentiert die Foto-Ausstellung „Armut in Deutschland“ der beiden Wuppertaler Fotografen Jochen Vogler (li.) und Kurt Feisel.
Der Seniorentreff Kick präsentiert die Foto-Ausstellung „Armut in Deutschland“ der beiden Wuppertaler Fotografen Jochen Vogler (li.) und Kurt Feisel.
Foto: WAZ FotoPool
Die aktuelle Foto-Ausstellung im Seniorentreff Kick an der Augustastraße gibt Antworten auf die Frage: Wie leben arme Menschen in der Region? Die berührenden Bilder schufen die beiden Wuppertaler Fotografen Jochen Vogler und Kurt Feisel.

Hattingen. „Was hat dieses Foto mit Armut zu tun?“, fragt sich ein Mann. „Es ist versteckte Armut“, lautet die Antwort. „Der Tisch und die Stühle vom Sperrmüll sind von Tüchern bedeckt. Die Dame, die so wohnt, möchte nicht, dass es ärmlich aussieht“, erklären die Fotografen Kurt Feisel und Jochen Vogler. Die Ausstellung „Armut in Deutschland“ ist bis Ende Februar im Seniorenzentrum Kick an der Augustastraße 11 zu sehen.

Die Fotografen haben im vergangenen Jahr Kontakt zu Menschen in einer sozialen Einrichtung in Wuppertal gesucht. „Dort werden die Reste der Tafel an Bedürftige ausgeteilt“, erklären sie. Eine Besucherin sieht bei der Ausstellungseröffnung schockiert auf die Kisten mit Kopfsalat und Möhren. „Die sind ja voll. Das zeigt, dass viel zu viel Lebensmittel überproduziert werden.“ Kurt Feisel: „Diese Kisten sind am Ende leer.“

Freitags wird das Essen ausgegeben. Dann steht an der Hauswand eine Reihe von Trolleys. „So wie auf den Parkplätzen der Supermärkte die Autos stehen“, vergleichen Feisel und Vogler.

Auch Hausaufgabenhilfe gibt es in der Einrichtung. Eine Frau, die aus Syrien geflohen ist, liest jetzt mit einem Mädchen im Schulbuch. Das alles ist Armut in Deutschland.

 
 

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