Ärzte aus aller Welt

Dr. Helfried Waleczek . Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
Dr. Helfried Waleczek . Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Hattingen.. 50 Prozent der Ärztinnen und Ärzte, die im Bereich der Ärztekammer Westfalen-Lippe ihre Tätigkeit im Jahr 2011 neu aufgenommen haben, besitzen eine ausländische Staatsbürgerschaft. Immer mehr Ärzte aus dem Ausland verbringen also ihren Arbeitsalltag in Deutschland, vor allem in deutschen Krankenhäusern.

Im Vergleich zu Großbritannien – hier waren im Jahr 2010 rund 39 Prozent aller Ärzte Ausländer, liegt der Ausländeranteil in Deutschland mit unter zehn Prozent noch vergleichsweise niedrig.

Von den jährlich knapp 10 000 Absolventen der deutschen medizinischen Fakultäten nimmt ein erheblicher Anteil nämlich erst gar keine Tätigkeit als Assistenzarzt in Weiterbildung in einem Krankenhaus auf. Einige gehen ins Ausland, da dort die Arbeitsbedingungen günstiger erscheinen, andere suchen erst gar keine medizinische Tätigkeit unmittelbar am Patienten.

Hoch geschätzt

Ausländische Mediziner kommen nach Deutschland, da sie hier im Vergleich zum Heimatland günstige Ausbildungsbedingungen vorfinden. Die deutsche Medizin wird aufgrund ihrer Stringenz und Orientierung an den Bedürfnissen der Patienten international hoch geschätzt. Die Ausbildung in Deutschland bedeutet daher einen Karrierevorteil nach Rückkehr in die Heimat.

Inzwischen ist es zahlreichen Krankenhäusern gelungen, eine Willkommenskultur aufzubauen. Dabei geht es nicht nur um einen wertschätzenden Empfang, sondern auch um praktische Unterstützung etwa bei den Wegen zu Behörden oder bei der Suche nach einer Wohnung.

Sprachkompetenz

Der Faktor „Sprachkompetenz“ ist von zentraler Wichtigkeit. An vielen Krankenhäusern wurden weiterführende Deutschkurse eingerichtet. In einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt wird am EvK gemeinsam mit dem Fachbereich Internationale Wirtschaftskommunikation der Universität Jena derzeit genauer den Erfolgsfaktoren für eine rasche Integration junger Mediziner nachgegangen.

Entscheidend ist die Einsicht aller Beteiligten in die Relativität der eigenen Kulturstandards, Werte und Normen. Hattingen stellt hier seine Weltoffenheit unter Beweis. Helfried Waleczek

 
 

EURE FAVORITEN