300 000 Fahrgäste mehr bei VER

Foto: Christina Makarona
Gesellschaft muss sich in diesem Jahr Sorgen um die Dieselpreise machen.

Hattingen..  Die Zahl der Menschen, die mit einem Bus der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) fahren, ist gestiegen. Rund 300 000 Fahrgäste mehr wurden im vergangenen Jahr gezählt. Die Zahl der Passagiere stieg von 17,9 Millionen im Jahr 2010 auf 18,2 Millionen – und das, obwohl mit dem Geburtenrückgang im Kreis die Zahlen im Schülerverkehr sinken.

Eine Entwicklung, mit der Thomas Schulte, Geschäftsführer der VER in Ennepetal, also zufrieden sein kann. Der Umsatzerlös, so der Chef des heimischen Personennahverkehrs, sei auf dem gleichen Niveau geblieben, im Grunde genommen sogar leicht angestiegen, so Schulte auf Anfrage der Hattinger Zeitung.

Keine Sorgen musste sich die Busgesellschaft des Ennepe-Ruhr-Kreises bisher über die explodierenden Spritpreise machen. „Wir haben den Preis für Diesel in der Vergangenheit abgesichert, deshalb sind wir in den Jahren 2010 und 2011 nicht ganz so hart betroffen gewesen“, erklärt Schulte. Diese Sicherheit gebe es im laufenden Jahr nicht mehr. Die Preise für entsprechende Verträge seien angesichts der unkalkulierbaren Risiken an der Tankstelle so hoch, dass sich das finanziell nicht mehr lohnen würde.

Auf kaum Interesse sei das vom Kreistag beschlossene Sozialticket gestoßen. Nur knapp ein Prozent aller dafür Berechtigten hätten sich die verbilligte Fahrmöglichkeit mit Bussen und Bahnen gesichert, so Schulte. Ursprünglich war mit einer Quote von zehn Prozent kalkuliert worden. Gut angenommen wurde dagegen die Erweiterung des Angebots im Busverkehr an den Party-Nächten am Wochenende, damit Jugendliche die Möglichkeit hätten, nach der Disco noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu kommen. Positiv hätten die Kunden auch die elektronische Fahrscheinkontrolle aufgenommen, die eingeführt wurde.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der „Zukunftspakt“ im vergangenen Jahr gewesen, so Schulte. Hinter einem so schönen Namen verbirgt sich auch bei der VER ein Sparprogramm. Das wirke sich zum Beispiel bei der Ausschreibung von Verkehrsleistungen und selbst im Management aus. Auch die Prüfung der Fahrscheine sei neu organisiert worden.

Keine guten Erfahrungen

Keine überzeugenden Erfahrungen hat die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) mit einem Bus mit Hybrid-Technik gemacht, der im Versuchsbetrieb eingesetzt wird. „Er hat unsere Erwartungen noch nicht erfüllt“, so VER-Geschäftsführer Thomas Schulte.

Das Gelenk-Fahrzeug sorgt seit September 2010 für Aufmerksamkeit auf den Straßen zwischen Breckerfeld und Witten. Beim Hybrid-Antrieb übernimmt ein Elektromotor die eigentliche Arbeit. Er wird aber von einem Dieselmotor mit Strom versorgt. Diese angebliche „Technik der Zukunft“ soll laut Prospekt ein Viertel des Verbrauchs einsparen. Das sind allerdings Zahlen, von denen VER-Chef Schulte im Alltagsbetrieb nur träumen kann: „Die Hersteller haben die Angaben über mögliche Einsparungen bereits auf 15 bis 20 Prozent reduziert.“

Aber auch die seien nicht zu erreichen. Die VER sei froh, wenn ihr schicker Hybrid-Bus nicht mehr als ein vergleichbares Diesel-Fahrzeug verbraucht. Um das zu erreichen, müssten genaueste Einstellungen vorgenommen werden. Aus diesem Grund sei auch die versprochene Einsatzverfügbarkeit nicht zu erreichen.

Das Fazit von Thomas Schulte: „Andere Verkehrsbetriebe haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Deshalb glauben wir, dass die Entwicklung bei der Hybrid-Technik bei Bussen zwar schon seriennah, aber nicht serienreif ist.“

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