Zwischen Seeufer und Heiligem Geist

Breckerfeld.  Wenn im Frühling an einem Montag der Morgengesang der Vögel des Waldes am Glörsee von kräftigen Posaunenklängen übertönt wird, dann ist Pfingstmontag. Diese Tradition greift auch an diesem Pfingstmontag, 9. Juni, denn der CVJM Schalksmühle hat für 10 Uhr zum Pfingstgottesdienst an der Glörtalsperre eingeladen.

Bei diesem Gottesdienst in der freien Natur treffen sich die Gläubigen im Waldgelände nahe der Jugendherberge. Gestaltet wird der Waldgottesdienst von vielen Posaunenbläsern aus der Region, dem Männerchor Dhünn, dem CVJM-Musikkreis und Pfarrer Bernd Rudolph, Gemeindepfarrer der Ev. Kirchengemeinde Lüdenscheid-Brüninghausen.

Das Open-Air-Event im Glörwald hat eine lange Geschichte. Gudrun Wiehagen, Vorsitzende des heutigen CVJM Schalksmühle hat sie unserer Zeitung erzählt: „Begonnen hat alles im Jahr 1947 mit einem großen Jungschar-Zeltlager für Gruppen der ev. Kirchengemeinden Schalksmühle, Altena, Halver und Werdohl, in dessen Verlauf am Pfingstmontag im Glörwald ein Gottesdienst gehalten wurde.“

Seit 1950 an der Glörtalsperre

Daraus entwickelte sich der Wunsch, den Waldgottesdienst zu Pfingsten in jedem Jahr zu feiern. Und so machen sich seit 1950 am Pfingstmontag Christen aus der Region auf den Weg zur Glör, in den Anfängen viele zu Fuß aus den Anrainergemeinden der Glör oder mit Fahrrädern, Motorrädern, Bussen und nur wenigen Privatautos aus der weiteren Umgebung.

Die Predigten hielt über viele Jahre der Lüdenscheider Gemeindepfarrer Paul Deitenbeck, bis ihn vor 26 Jahren Pfarrer Bernd Rudolph ablöste. Damals wie heute kommt der Gottesdienst mit wenig Kirchenmöbeln aus: Die Teilnehmer bringen sich leicht tragbare Sitzgelegenheiten mit oder setzen sich auf mitgebrachten Unterlagen auf den Waldboden. Nur für Menschen mit Behinderungen gibt es feste Sitzgelegenheiten.

Als Altar dient ein einfacher Tisch. In den Anfängen gab es weder Mikrofon noch Lautsprecher, auf die heute wegen der großen Besucherzahl nicht mehr verzichtet werden kann.

Früh kommen und kostenfrei parken

Anders als früher reisen die meisten Gottesdienstbesucher heute mit dem eigenen Auto an. Wer früh genug eintrifft, findet einen kostenfreien Parkplatz an der Kreisstraße von Branten nach Dahlerbrück am Abzweig zur Glör.

Von dort führt ein Waldweg zum See. Kostenpflichtige Parkplätze gibt es im Bereich der Mauer des Stausees am „Haus Glörtal“.

Da die Zuwegung zur Jugendherberge für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist, setzt der CVJM-Schalksmühle vom Parkplatz „Landwehr“ an der Landstraße L 528 (Breckerfeld und Halver) aus einen Pendelbus zur Jugendherberge ein, den Gehbehinderte nutzen können.

Gudrun Wiehagen unterstreicht: „Der Gottesdienst im Freien fiel noch nie aus. Bei Regen wie im Vorjahr bringt sich jeder passenden Regenschutz mit.“

Nur einmal war nicht der Wald neben der Jugendherberge Ort des Pfingstgottesdienstes. Weil das ZDF ihn live übertrug, wurde er auf dem Parkplatz am „Haus Glörtal“ abgehalten. Der technische Troß des ZDF konnte an der Jugendherberge nicht untergebracht werden.