Zwei Bürgerinitiativen gegen Amprion-Pläne

Claudia Scholten (Hohenlimburg) und Markus Kecker und Anne Stamm (beide Garenfeld) kämpfen gemeinsam gegen die Amprion-Pläne.
Claudia Scholten (Hohenlimburg) und Markus Kecker und Anne Stamm (beide Garenfeld) kämpfen gemeinsam gegen die Amprion-Pläne.
Foto: WP
Gemeinsam sind wir stark. Deshalb verfolgen die Bürger aus Garenfeld und Reh / Elsey jetzt gemeinsam ihre Pläne, die Amprion-Höchstspannungsleitungen und das neue Höchstspannungs-Umspannwerk zu verhindern. Am 13. Mai fahren sie deshalb sogar nach Berlin.

Hohenlimburg / Garenfeld.  Die Energiewende ist in aller Munde. Dennoch scheint es gegenwärtig um Bau der neuen 380-kv-Höchstspannungsleitungen des Netzbetreibers Amprion von Dortmund nach Rheinland-Pfalz relativ ruhig.

Doch dieser Eindruck trügt. Zumindest für Hohenlimburg und Garenfeld. Denn hier wird weiterhin von Anwohnern und Bürgern fieberhaft gearbeitet, werden Kontakte geknüpft und Ideen entwickelt, um den Bau des neuen Umspannwerkes in Garenfeld und damit verbunden der Leitungstrasse durch Reh und Elsey zu verhindern. Deshalb haben sich die Initiativen „Hohenlimburg-unter-Hoechstspannung“ und „Menschen unter Strom e.V.“ aus Garenfeld zusammengetan und dieselbe Anwaltskanzlei in Düsseldorf mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragt. „Diese Kanzlei ist auf Planungsrecht spezialisiert und verfügt über namhafte Anwälte“, sagt Claudia Scholten von „Hohenlimburg-unter-Hoechstspannung“. „Wir haben den Tipp von den Vertretern der Initiative in Meerbusch bekommen.“ Um sich jedoch die Dienste einer solch renommierten Kanzlei sichern zu können, haben die Hohenlimburger einen Verein gegründet und diesen ins Vereinsregister eingetragen. „Dadurch haben wir die Gemeinnützigkeit erhalten und können Spendenquittungen ausstellen“, hofft die Anwohnerin, dass möglichst viele Elseyer und Reher Bürger diesem Verein beitreten werden. „Ein solches Verfahren ist sehr teuer. Bislang sind die Kosten von drei Familien gestemmt worden.“

Warten auf Antwort der Politiker

Ihre Hoffnung setzt die Hohenlimburgerin aber auch auf die Garenfelder Initiative „Menschen unter Strom“. Diese haben zwischenzeitlich Alternativstandorte für das geplante Umspannwerk gefunden. Einer liegt im Ruhr-Lenne-Dreieck und würde nach Erkenntnissen der Initiative nur drei Häuser betreffen. Als weitere Variante haben sie den Werdohler Standort Elverlingsen ins Gespräch gebracht, der ähnliche Vorteile bietet.

Und eine solche Standortverlagerung könnte auch eine neue Trassenführung zur Folge haben. Könnte....

Um diese Ideen aber gegen den Netzbetreiber durchsetzen zu können, bauen beide Initiativen auf die Unterstützung der Stadt Hagen. Diese ist, im Vergleich zu anderen Kommunen, nach ihrer Einschätzung bislang aber ausgesprochen mickrig. Anders stelle sich das in Krefeld dar, wo die Stadt ihre Bürger vorbildlich unterstützt habe.

„Ich habe deshalb als Hohenlimburgerin an Herrn Strüwer und an Herrn Krippner geschrieben und auf Krefeld verwiesen. Bislang habe ich aber noch keine Antwort erhalten“, zeigt Claudia Scholten vom Verhalten der beiden Hohenlimburger Kommunalpolitiker enttäuscht. Sie schreibt u.a.: „Ich bitte Sie, sich mit den Verantwortlichen der Stadt Krefeld in Verbindung zu setzen. Ich bitte Sie, rechtzeitig zu prüfen, inwieweit die Stadt Hagen ein eigenes Gutachten einholen kann, das die gutachterliche Feststellung des Netzbetreibers Amprion anderes bewerten könnte. So war es in Krefeld.“

Parallel haben die Garenfelder dank der Unterstützung von René Röspel ein Gespräch mit einem Staatssekretär von Vize-Kanzler Gabriel zur Energiewende und den damit verbundenen Problematiken erwirkt. Dieses findet am 13. Mai in Berlin statt. Deshalb wird eine zehnköpfige Delegation aus Garenfeld und Hohenlimburg in die Bundeshauptstadt reisen.

 
 

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