Zusatz Hagen belegt enge Bindung zur Stadt

Besuchte Anfang der 1930er Jahre das Realgymnasium in Hagen: Reinhard Schmidhagen.
Besuchte Anfang der 1930er Jahre das Realgymnasium in Hagen: Reinhard Schmidhagen.
Foto: privat
Er ging in Hagen zur Schule, war einer der ersten Künstler, dessen Werke nach dem zweiten Weltkrieg im Karl-Ernst-Osthaus-Museum ausgestellt wurden, und er hatte zu Hagen eine so enge Beziehung, dass er seinen eigentlichen Nachnamen Schmid mit dem Zusatz „Hagen“ versah. Reinhard Schmidhagen, der im letzten Monat 100 Jahre alt geworden wäre, erfährt in diesen Tagen gleich doppelte Aufmerksamkeit. Zum einen liegt die Autobiografie „Das erste Jahrzehnt“ druckfrisch vor, zum anderen wird in Kürze eine Ausstellung mit Werken von ihm in Hattingen eröffnet.

Hagen.. Er ging in Hagen zur Schule, war einer der ersten Künstler, dessen Werke nach dem zweiten Weltkrieg 1947 in großem Umfang im Karl-Ernst-Osthaus-Museum ausgestellt wurden, und er hatte zu Hagen eine so enge Beziehung, dass er seinen eigentlichen Nachnamen Schmid mit dem Zusatz „Hagen“ versah. Reinhard Schmidhagen, der im letzten Monat 100 Jahre alt geworden wäre, erfährt in diesen Tagen gleich doppelte Aufmerksamkeit. Zum einen liegt die Autobiografie „Das erste Jahrzehnt“ druckfrisch vor, zum anderen wird in gut zwei Wochen eine Ausstellung mit Werken von ihm im „Haus Kemnade“ bei Hattingen eröffnet.

Autobiografie als Buch

Till R. Lohmeyer hat die Autobiografie des deutschen Malers und Holzschneiders des späten Expressionismus, Reinhard Schmidhagen, als 150-seitiges Buch herausgeben: „Im oberbayerischen Tengling fand ich auf dem Dachboden des alten Hauses meines Vaters ein 188 Seiten umfassendes Manuskript von Reinhard Schmidhagen, außerdem Fotos von Holzschnitten und einen umfangreichen Briefwechsel zwischen dem Künstler und meinem Vater. Die beiden waren gut befreundet.“

Till R. Lohmeyer, selbst Belletristik-Lektor, schwärmt von der rhetorischen Brillanz des Manuskriptes, „es ist hoch intellektuell verfasst und der Text ist aus einem Guss“, und unterstreicht den Einfluss, den Reinhard Schmidhagen auf seinen Vater Wolfgang Lohmeyer hatte: „Mein Vater hat mir den Zweitnamen Reinhard gegeben. Im Andenken an seinen Künstlerfreund.“

In der Korrespondenz findet man viele Erwähnungen und Erinnerungen an Hagen. „Ja, denn Reinhard Schmid, der am 5. September 1914 in Schalksmühle geboren wurde, besuchte Anfang der 1930er-Jahre in Hagen das Realgymnasium.“ Später ging er in Stuttgart zur Waldorfschule und absolvierte in Arnstadt das Abitur. An der Kunstakademie München begann der talentierte junge Mann ein Studium der Malerei, doch der verschulte Kunstbetrieb behagte ihm kaum.

Zwei Ereignisse prägten sein Leben: der aufkommende Nationalsozialismus sowie seine angeschlagene Gesundheit – Reinhard Schmidhagen kämpfte jahrelang gegen eine schwere Bronchitis an. Heilung suchte er in Kuraufenthalten in Italien und der Schweiz. 1938 kehrte er verarmt – seine persönliche Habe und seine Kunstwerke musste er in der Schweiz zurücklassen – zu seinen Eltern nach Hagen zurück.

Großes Vorbild war Käthe Kollwitz

1941 begann Schmidhagen ein Studium der Kunstgeschichte, im gleichen Jahr besuchte der Künstler sein großes Vorbild – die Malerin, Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz – in Berlin. Käthe Kollwitz zeigte sich von den expressionistischen Arbeiten begeistert und bezeichnete Reinhard Schmidhagen als Fortführer ihrer realistischen Kunst und als „ihren Sohn im Geiste“.

Im Sommer 1945 – im Alter von gerade mal 30 Jahren – starb Schmidhagen in Marburg an den Folgen seiner schweren Krankheit. 1947 widmete ihm das Karl-Ernst-Osthaus-Museum in Hagen eine Ausstellung mit u.a. Porträts in Öl und Kohle, Aquarellen und Holzschnitten.

 
 

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