Zum Gruseln: 6, setzen!

Es bleibt langweilig. Der Hagener Rat behauptet unangefochten seinen Champions-League-Platz in der inoffiziellen Tollhaus-Wertung. Vier Beispiele aus der nach unten offenen Peinlichkeitsskala:


1. Per Glocke versucht der Oberbürgermeister den Sitzungsbeginn einzuläuten. Zu diesem Zeitpunkt hat kaum ein Mandatsträger seinen Sitzplatz eingenommen – schnell noch einen Kaffee, hier noch ein Schwätzchen. Während Schulz bereits alle Anwesenden begrüßt und die Tagesordnung absteckt, stehen noch immer vier scherzende Grüppchen im Plenum herum. Jede i-Männchen-Klasse bringt in der sechsten Stunde mehr Disziplin mit.
2. Nahezu jede zweite Abstimmung mit der elektronischen Anlage muss wiederholt werden, weil es Verdrücker gab. Im Zeitalter von Smartphones und Tablets ist der Rat offenkundig mit drei Knöpfen heillos überfordert – beschämend.
3. Der OB gibt das Votum frei: Alle stimmen ab, obwohl Dietmar Thieser am Tisch der Bezirksbürgermeister sitzt, an dem gar kein Abstimmungsgerät steht. Irgendjemand hat in Abwesenheit seinen Knopf mitbedient, obwohl der Hasper beteuert, niemanden autorisiert zu haben. Betrug! Es folgt ein Neuvotum.
4. Namentliche Abstimmung: Lars Vogler (CDU), der von der Spree aus glaubt, den Puls der Hagener zu kennen, rennt zum Telefonieren raus. Als er gerade noch rechtzeitig von seiner Fraktion herbeigezerrt wird, um seine Stimme abzugeben, brüllt er völlig ahnungslos ein „Ja“ in den Saal – ein „Nein“ war gefordert. Megablamabel. Das Plenum lacht, das Auditorium wendet sich zum Fremdschämen ab.


In jeder Klötzchenaufbauschule herrscht mehr Niveau. Was soll werden, wenn’s um etwas wirklich Wichtiges geht? Es ist zum Gruseln.

 
 

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