Zoff in Facebook-Gruppe "Du bist Hagener, wenn ..."

Jens Stubbe
Wieland Rahn, Gründer der Facebook-Gruppe „Du bist Hagener, wenn ...“ will sich als Administrator von der Seite mit weit mehr als 20.000 Mitgliedern verabschieden. Der Unternehmer und Kommunalpolitiker fühlt sich von einigen Mitgliedern zu Unrecht angegriffen und will sich gegen Beleidigungen wehren.

Hagen. Er ist so etwas wie der Vater einer für Hagen einzigartigen Bewegung im Internet. Einer Aktion, die kein Marketing-Experte und keine hoch bezahlte Agentur besser hätte initiieren können. Im Juli hat Wieland Rahn auf der Internetplattform Facebook die Gruppe „Du bist Hagener, wenn...“ gegründet. Jetzt lernt der Immobilienunternehmer die Schattenseiten der digitalen Welt kennen. Frustriert will er sich als Administrator von der Seite mit weit mehr als 20.000 Mitgliedern verabschieden.

Wieland Rahn wurde beschimpft, bepöbelt und bedroht

Wieland Rahn wurde auf der Seite beschimpft, bepöbelt und sogar bedroht. Ihm wurde vorgeworfen, dass er die Seite nur ins Leben gerufen habe, um sich selbst Vorteile zu verschaffen. Politisch (Rahn engagiert sich als Vorsitzender der CDU Gevelsberg) und geschäftlich. „Das ist völlig absurd. Aus Spaß an der Freude habe ich die Gruppe gegründet“, sagt Wieland Rahn, der sogar erwägt, einen Anwalt einzuschalten. „Es ist ein Jammer, wie sich so etwas entwickeln kann. Das ganze Projekt hat eine sehr unschöne Eigendynamik entwickelt. Mit so etwas hätte ich nicht gerechnet.“

Anfangs hat er Verfasser von entsprechenden Einträgen gelöscht. Das aber habe zum Teil zu noch mehr Kritik und heftigen Diskussionen geführt. Zensur – ob gerechtfertigt oder nicht – wird offenbar nicht akzeptiert. „Es gab Tage, da ist die Seite förmlich explodiert“, so Wieland Rahn. „Zuletzt war ich im Urlaub zehn Tage gar nicht auf der Seite. Und trotzdem wird mir unterstellt, ich hätte Dinge verschwinden lassen. Ich habe Familie und eine Firma – das muss ich mir nicht antun.“

Verhängnisvolle Anfrage bei Facebook: „Wie lösche ich eine Gruppe?“

Für Aufsehen gesorgt hatte ein Eintrag von Wieland Rahn selbst: „Wie lösche ich eine Gruppe mit über 20.000 Mitgliedern?“ Gar nicht – bekam er von einem Mitglied zur Antwort. Was einmal auf Facebook angelegt sei, bleibe online. Facebook selbst, so Rahn, habe die Anfrage nicht beantwortet.

Mittlerweile hat Wieland Rahn die Administratorenrechte auf Bernd Hoffmann erweitert und will sich zurückziehen. Die Gruppe, deren Mitglieder sich bei der letzten Ü-30-Party in der Stadthalle erstmals leibhaftig und nicht nur virtuell getroffen haben, soll trotz allen Streits auf der Seite weiterleben. „Ich habe den direkten Kontakt zu einzelnen Mitgliedern der Gruppe gesucht und versucht, Missverständnisse aufzuklären“, sagt Bernd Hoffmann, „gerade im Internet werden schnell Dinge falsch interpretiert – da reicht es schon aus, wenn ein Symbolzeichen mal falsch gesetzt wurde.“

Bernd Hoffmann will "Du bist Hagener, wenn ..." voranbringen

Der Medienberater will – in Zusammenarbeit mit der Hagen-Agentur – die Seite und die Gruppe voranbringen. „Immer wieder heißt es doch, dass die Hagener ein Problem mit ihrer Stadt haben“, so Hoffmann, der betont, dass keine kommerziellen Interessen hinter der Gruppe stecken, „diese Seite beweist das Gegenteil. Es gibt viel Positives, was die Hagener – ob sie noch hier leben oder nicht – mit ihrer Heimat verbinden. Hier kann man Erfahrungen und Erinnerungen austauschen und alte Freunde treffen, von denen man lange nichts mehr gehört hat. Das sollte man auf keinen Fall aufgeben.“