Zielkonferenz in Hagen entscheidet über Zukunft der Kultur

Verwaltungsmitarbeiter, Politiker, Vertreter der Jugend- und Kulturzentren sowie Theaterleute waren gekommen, um den Weg „Von der Vision zur Idee“ mitzugestalten.
Verwaltungsmitarbeiter, Politiker, Vertreter der Jugend- und Kulturzentren sowie Theaterleute waren gekommen, um den Weg „Von der Vision zur Idee“ mitzugestalten.
Foto: Birgit Andrich
Zum vierten Mal ging es im Rathaus Hagen um die Inhalte des Kulturentwicklungsplans. In den viereinhalb Stunden sollten Visionen Formen annehmen: Verschiedene Ideen wurden diskutiert und Ziele gesetzt. Im März soll die Diskussion fortgesetzt werden.

Hagen. Eines muss man ihnen lassen – Durchhaltevermögen haben die gut 100 Teilnehmer der Zielkonferenz bewiesen. Viereinhalb Stunden ging es im Rathaus – und das zum bereits vierten Mal – um Inhalte, die der künftige Hagener Kulturentwicklungsplan enthalten soll.

Etliche Verwaltungsmitarbeiter, Politiker, Vertreter der Jugend- und Kulturzentren sowie Theaterleute waren gekommen, um den Weg „Von der Vision zur Idee“ mitzugestalten. Schade allerdings, dass auch diesmal kaum „normale Bürger“, freischaffende Künstler oder Musiker an der Veranstaltung teilnahmen. Anscheinend sind die Befürchtungen, es werde in großen Runden doch wieder mehr geredet als tatsächlich konkret vereinbart und umgesetzt, groß.

Hagen oder Castrop-Rauxel

Teilnehmer Klaus Fehske machte sich dafür stark, in der bislang erarbeiteten „Vision für Hagen im Jahr 2020“ mehr auf Hagen-Spezifisches, auf Liebenswertes und „Leuchttürme“ einzugehen. „Ob es sich hier um eine Vision für Hagen oder Castrop-Rauxel handelt, wird für mich nicht deutlich“, bemängelte der Kultur- und Theaterfreund die abstrakt gehaltenen Formulierungen und appellierte daran, in dem Papier kulturelle Schätze wie Hohenhof und Freilichtmuseum besonders hervorzuheben.

Einigkeit unter den Beteiligten herrschte in puncto großer Bedeutung für die Region und Notwendigkeit der finanziellen Einbeziehung der Nachbarstädte. Außerdem müsse in Hagen – unabhängig von der Landesverfassung – Kultur als Pflichtaufgabe angesehen werden.

Private Sponsoren können schwer gewonnen werden

Weiteres vorgeschlagenes Ziel: Die Einrichtung eines Kulturfonds, in den städtische Beteiligungsgesellschaften einzahlen. Beispiel: Die Sparkasse spendet nicht mehr direkt für eine Inszenierung im Stadttheater, sondern zahlt in besagten Fond ein. So werden nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel diverse kulturelle Einrichtungen in Hagen bedacht. Knackpunkt: Für private Sponsoren wäre ein Fond kaum interessant; sie lassen sich nicht vorschreiben, wen sie unterstützen.

Ebenfalls angestrebt: Die Grundsicherung für Kultureinrichtungen müsse festgeschrieben, Sponsorengelder dürften nur für „On top“-Veranstaltungen eingesetzt, die Bereiche Bildung und Kultur sollten enger verknüpft werden, und kulturelle Teilhabe sollte für jedermann möglich sein.

"Wir dürfen die Kiez-Szene nicht vergessen"

„Nicht nur ,Hochkultur’, sondern auch kleine Stadtteilkultur muss gefördert werden“, formulierte Beate Hauck, Mit-Moderatorin der Gruppe „Kulturelle Teilhabe“. Und weiter: „Wir dürfen die Kiez-Szene nicht vergessen. Schließlich soll Hagen nicht irgendwann zur Geisterstadt werden.“

Die letzte Veranstaltung zum Kulturentwicklungsplan findet am Samstag, 15. März, von 11 bis 18 Uhr statt. Dann steht eine „offene Werkstatt“ auf dem Programm.

 
 

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