Zahn der Zeit nagt an einem Stück Hohenlimburger Geschichte

Peter Lempa und Peter Schöne vor dem Obeliskten an der Raffenburg
Peter Lempa und Peter Schöne vor dem Obeliskten an der Raffenburg
Foto: WP

Hohenlimburg.. Es ist ein fast vergessenes Stück Geschichte in Hohenlimburg, die Ruine Raffenburg unweit des Piepenbrinks in Hohenlimburg. Wohl wahr, dass es dort auch nicht mehr viel zu sehen gibt. Aber viel zu erzählen. Das unterstrich Peter Schöne von der Gesichtswerkstatt des Heimatvereins.

Vom Waldparkplatz am „Märchenwald“ sind es bis zur Raffenburg gerade einmal 300 Meter. Seit einem Jahr ist am Piepenbrink ein Hinweisschild angebracht. Der Weg ist kurz, aber recht beschwerlich zu laufen. „Es ist schade, dass die Raffenburg nicht mehr so viel Beachtung findet“, sagt Peter Schöne.

Nach 300 Metern oben angekommen, sind die Reste der einst 120 Zentimeter dicken Ringmauer gut zu erkennen, obwohl der Zahn der Zeit an der einst stolzen Burg genagt hat. Das Mauerwerk ist zugewachsen, einzelne Fragmente ragen zwischen Bäumen, Ranken und Laub heraus. Aber ein Besuch lohnt sich für Schulklassen, Familien oder Einzelwanderer auch heute noch. 1978 wurde der Torhauskeller restauriert.

Gegründet wurde die Höhenburg sehr wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts; vermutlich nach dem Totschlag des Erzbischofs Engelbert von Köln 1225 oder aber aus Anlass der Gründung der direkt gegenüber liegenden Hohenlimburg als militärischer Rückzugspunkt. Sie besaß zwei Türme, zwei unterkellerte Palasgebäude, Stallungen, eine Zisterne und Unterkünfte für die Burgmannschaft. Die Entstehung der Raffenburg ist nicht genau belegt. Belegt ist, dass der Erzbischof von Köln 1282 eine Besitzurkunde auf der Raffenburg unterschrieben hat. „Wahrscheinlich existierte die Burg erst nach 1232, alles andere hätte machtpolitsch keinen Sinn gehabt“, sagt Peter Schöne.

Während zahlreicher Erbfolgekriege schlug im Jahr 1288 das Stündlein der Raffenburg. Nach mehreren Eroberungsversuchen zerstörte Graf Eberhard II. von der Mark die Burg am 7. Mai des besagten Jahres.

Unweit der Ruine befindet sich ein Obelisk aus Sandstein, der an an Emil Friedrich I. von Bentheim-Tecklenburg erinnert. Das Denkmal wurde 1984 mit hohen Kostenaufwand restauriert. Es gibt Überlegungen, das Denkmal aus Sicherheitsgründen zum Schloss Hohenlimburg zu transportieren, damit es besser vor vorsätzlichen Beschädigungen geschützt wird. Dagegen sprächen logistische Probleme. Und eigentlich gehört es zur Raffenburg.

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