Zahl der Ausbildungsplätze in Hagen deutlich gesunken

Die Arbeitsagentur appelliert an die Betriebe, weitere Ausbildungsplätze anzubieten.
Die Arbeitsagentur appelliert an die Betriebe, weitere Ausbildungsplätze anzubieten.
Foto: Michael Kleinrensing
  • Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt hat sich trotz brummender Konjunktur verschlechtert
  • In Hagen ist das Angebot an Ausbildungsplätzen im Vorjahresvergleich gesunken
  • Die Arbeitsagentur appelliert an die Betriebe, zusätzliche Plätze anzubieten
  • Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt hat sich trotz brummender Konjunktur verschlechtert
  • In Hagen ist das Angebot an Ausbildungsplätzen im Vorjahresvergleich gesunken
  • Die Arbeitsagentur appelliert an die Betriebe, zusätzliche Plätze anzubieten

Hagen. „Ein massiver Rückgang bei den betrieblichen Ausbildungsstellen kennzeichnet die ohnehin schwierige Situation in der Volme­stadt. Abwanderungstendenzen großer Ausbilder in der Region machen sich auch auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar“, resümiert Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, die Entwicklung zum Ende des Ausbildungsjahres.

Verlockende Angebote der Unis und Berufskollegs

„Parallel ist auch die Zahl der jungen Menschen, die eine betriebliche Berufsausbildung anstreben, wegen der verlockenden Angebote von Universitäten und Berufskollegs erneut gesunken. Ein Studium zu beginnen oder weiterhin die Schule zu besuchen wünschen sich viele Jugendlichen – und häufig auch ihre Eltern. Jedoch merken einige nach ein paar Wochen, dass dieser Weg nicht der richtige für sie war. Schade, denn das hätte durch eine andere Entscheidung verhindert werden können", so Weichert weiter.

Einerseits gibt es in Hagen eine hohe Nachfrage von gut qualifizierten Bewerbern für anspruchsvolle Ausbildungsberufe, insbesondere im kaufmännischen Bereich, die nicht ausreichend vorhanden sind. Nicht zum Zuge gekommene Bewerber beginnen eher ein Studium, als dass sie auf einen weniger attraktiven Ausbildungsberuf zurückgreifen. Andererseits gibt es Besetzungsprobleme bei Berufen, die in den Augen der Jugendlichen nicht so attraktiv sind. Die Zahl der unbesetzten Stellen hat sich mehr als verdoppelt – eine fatale Entwicklung. Für die Wirtschaft bedeutet dies, dass sie in zunehmendem Maße auch „schwächeren“ Bewerbern eine Chance geben muss. Hierfür empfiehlt die Agentur für Arbeit den Unternehmen die „assistierte Ausbildung“.

Die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt ist in den Regionen Hagen und EN-Kreis, für die die heimische Arbeitsagentur zuständig ist, inzwischen sehr unterschiedlich. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen ist in Hagen deutlich um 189 oder 17,8 Prozent auf 875 zurückgegangen. Hier ist der Unterschied zum EN-Kreis besonders eklatant, da es dort eine Zunahme um 215 oder 13,2 Prozent auf 1845 gegeben hat.

Ende September waren in Hagen noch 47 und damit 26 Stellen mehr unbesetzt als 2015. Stellen im Verkauf, in der Nahrungsmittelbranche und im Handwerk können sofort noch vermittelt werden. Ein Ausbildungsbeginn ist jetzt noch möglich. Auch hier ist die Entwicklung in den Regionen vergleichbar, aber unterschiedlich stark ausgeprägt. Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind sogar 127 Ausbildungsstellen übrig.

Die Zahl der unversorgten jungen Menschen ist in Hagen mit 119 um ein Fünftel höher als im Vorjahr (im EN-Kreis mit 107 ein Fünftel niedriger). Hier verfügen fast alle Jugendlichen mindestens über den mittleren Bildungsabschluss. Viele werden aber erst nach den Sommerferien so richtig munter und wollen dann doch noch eine Ausbildung beginnen. Zwar ist es dafür grundsätzlich noch nicht zu spät, aber meistens zu spät für die Erfüllung bestimmter Berufswünsche.

Agentur für Arbeit vermittelt noch Stellen

Auch für das nächste Ausbildungsjahr vermittelt die Agentur für Arbeit noch Stellen. Sie hält eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten und Alternativangeboten auch für „schwächere“ Jugendliche und für Arbeitgeber bereit. So appelliert Weichert an die Unternehmen: „Jeder Ausbildungsplatz ist wichtig. Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern daran, das Matching von Angebot und Nachfrage zu optimieren. Dazu benötigen wir aber insbesondere die Unterstützung der Hagener Wirtschaft.“ Daher sein Appell an die Betriebe: „Melden Sie der Agentur Ihre Ausbildungsstellen!“

 
 

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