„Wollen helfen und den eigenen Blick weiten“

Engagiert sich: Alexander Wolter.
Engagiert sich: Alexander Wolter.
Foto: privat
Zwei junge Hagener unterstützen ein studentisches Hilfs-Projekt in Nicaragua.

Hagen/Münster.. „Wir werden dort nicht nur einmal ,shake hands’ machen und dann wieder verschwinden, nein, wir wollen tatsächlich etwas aufbauen und das Dorf als Ort ansehen, den wir immer mal wieder aufsuchen.“ Das Dorf, von dem ­Alexander Wolter spricht, heißt ­Valle El Naranjo und befindet im Norden Nicaraguas. Dort werden Alexander Wolter, sein Freund Martin Kotula und elf weitere Personen – darunter Mediziner, Ingenieure und Landschaftsökologen – humanitäre Hilfe leisten.

In sechs Wochen – am 22. Februar – geht’s los; zurück kommt die Projektgruppe am 2. März.

Alexander Wolter ist 24, hat vor ein paar Jahren am THG sein Abitur absolviert und studiert in Münster Medizin. Genau wie sein Kumpel Martin Kotulla. Der 23-jährige, einstige Christian-Rohlfs-Schüler, ebenfalls Medizin-Student, war schon einmal mit der sogenannten „Public Health Brigade“ unterwegs, und zwar in Ghana. Die beiden jungen Männer haben die gleichen Beweggründe, ein Hilfsprojekt wie jenes in Nicaragua zu unterstützen: „Wir wollen unseren eigenen Blick weiten, wollen uns eine eigene Vorstellung vom Leben am anderen Ende der Welt machen, wollen Ideen, wie man handfest helfen kann, sammeln. Und wir möchten andere Menschen motivieren, ebenfalls mitzumachen“, fasst Alexander Wolter zusammen.

Hygienemaßnahmen in Valle El Naranjo verbessern

Die beiden angehenden Humanmediziner unterstreichen, dass sie nicht für ein Projekt wie „Ärzte ohne Grenzen“ im Einsatz sein werden, sondern mit einer studentischen Organisation, „ja, wir sind ja noch in der Ausbildung, sind noch keine fertigen Ärzte, dürfen demzufolge zum Beispiel noch nicht operieren“. Im Rahmen ihres Besuches ginge es vielmehr darum, die Hygienemaßnahmen in Valle El Naranjo zu verbessern und Gesundheitsprävention zu betreiben.

Konkrete Probleme in Nicaragua? „Infektionskrankheiten“, antwortet Alexander Wolter ohne zu zögern, „Chagas, Lungenkrankheiten . . .“ Wanzen und Parasiten würden den Menschen das Leben schwer machen; durch Stiche entstünden gefährliche Infektionen. Aber mit relativ einfachen und kostengünstigen Mitteln könnte das Infektionsrisiko gemindert werden, „wenn zum Beispiel Fußböden betoniert und Netze um Betten gespannt werden“.

Studenten werden vor Abreise handwerklich geschult

Um tatsächlich vor Ort auch selbst Hand anlegen zu können und die Menschen im Dorf anleiten zu können (Stichwort Hilfe zur Selbsthilfe) werden die Studenten vor ihrer Abreise handwerklich geschult, „in einfachen Maurer- und Schreinerarbeiten“, erklärt Alexander Wolter. Wohnen wird die Projekt-Gruppe in einer angemieteten Jugendherberge.

Übrigens: Die jungen Leute ­„opfern“ nicht nur ihre Semesterferien, sondern zahlen auch die Flüge (für Hin- und Rückflug etwa 800 Euro) aus eigener Tasche. „Nun, die Spenden, die eingehen, fließen ja in das Projekt. Davon werden zum Beispiel sanitäre Anlagen und Wassertanks angeschafft.“

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