Wisotzki kann auf dem Sofa punkten

Horst Wisotzki, Oberbürgermeister-Kandidat der SPD, war von den Bürgern für Hohenlimburg in die Gaststätte "Nordhoff" eingeladen worden und stellte sich den Fragen des BfHo-Fraktionssprechers Frank Schmidt.
Horst Wisotzki, Oberbürgermeister-Kandidat der SPD, war von den Bürgern für Hohenlimburg in die Gaststätte "Nordhoff" eingeladen worden und stellte sich den Fragen des BfHo-Fraktionssprechers Frank Schmidt.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Horst Wisotzki wagte sich in die Höhle des Löwen und – so viel sei schon einmal vorweggenommen – verließ diese später wieder ohne Blessuren. Der Hagener Oberbürgermeisterkandidat der SPD war am Donnerstagabend der Einladung der Bürger für Hohenlimburg (BfHo) in die Gaststätte „Haus Nordhoff“ gefolgt und stellte sich dort den speziell auf Hohenlimburg zugeschnittenen Fragen des BfHo-Fraktionschefs Frank Schmidt und der Besucher.

Die nur an der Lenne kandidierenden Bürger für Hohenlimburg hatten die Talk-Runde ins Leben gerufen, um einerseits den Hohenlimburgern eine Diskussion mit den Hagener OB-Kandidaten zu ermöglichen und um andererseits herauszufinden, welcher der beiden aussichtsreichsten Bewerber für das höchste Amt der Stadt ihren Vorstellungen am nächsten kommt.

Nach dem Sozialdemokraten Wisotzki wird sich am Montag, 5. Mai, Erik O. Schulz, Kandidat von CDU, Grünen und FDP, in die Höhle des Löwen wagen.

Und dabei muss sich Schulz ins Zeug legen, denn sein sozialdemokratischer Kontrahent punktete auf dem BfHo-Sofa nicht nur mit der ihm stets zugestandenen Volksverbundenheit und Integrität, sondern auch mit viel Detailkenntnis.

Auf die Zukunft des Richard-Römer-Lennebades angesprochen, machte sich Wisotzki vehement für dessen Erhalt stark: „Hohenlimburg ist eine Stadt des Wassersports – solch ein Bad gehört hier zum Lebensbedarf. Auch den Einsatz ehrenamtlicher Helfer muss eine Stadt honorieren.“ Was denn passiere, wenn – wie beim Kirchenbergbad – aus dem Nichts plötzlich ein technischer Fehler gefunden und als Vorwand für eine Schließung genutzt würde, bohrte Schmidt nach. „Dann würde ich durch Dritte prüfen lassen, ob es den Fehler wirklich gibt“, versprach der Ex-Feuerwehrchef.

„Da sind wir auf einer Linie“, befand Schmidt und kam auf ein weiteres Sorgenkind zu sprechen: „Die Revitalisierung der Fußgängerzone ist nicht eingetreten. Der Etat der Wirtschaftsförderung für die Hohenlimburger Innenstadt liegt bei jährlich 300 Euro. Was kann man damit überhaupt anfangen?“ „Ne Kleinanzeige schalten“, antwortete Wisotzki schmunzelnd, um dann seine realen Pläne vorzustellen. OB, Rat und BV müssten mit den Hauseigentümern an einem Strang ziehen. Möglich wäre beispielsweise, mehrere Ladenlokale zu verbinden, um so die nötige Größe für einen echten Anziehungspunkt zu besitzen.

Zweiter Ankerpunkt eine Alternative

Eine Alternative könne auch ein zweiter Ankerpunkt am anderen Ende der Fußgängerzone sein: „Dann würden die Menschen hin- und hergehen.“ Nicht zuletzt gelte es, Fördergelder von der EU und dem Land NRW zu generieren.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte sich Wisotzki den Fragen der Bürger, die sich vor allem um aktuelle Probleme wie die Amprion-Trasse oder die schlechte Internetverbindung in Berchum und Tiefendorf drehten. Dem Kämpfer für die DSL-Verbindung sagte Wisotzki zu, sich in Berchum selbst ein Bild zu machen. In Sachen der 380-kv-Höchstspannung gelte es, neutral zu prüfen, bei welchem Trassenverlauf mehr Menschen betroffen wären. Zudem befürwortete der SPD-Mann die Vorgehensweise der Stadt Krefeld, ein eigenes Gutachten zu erstellen, musste aber eingestehen, „dass ich nicht versprechen kann, dass eine Nothaushalt-Gemeinde wie Hagen ein solches Gutachten auch beantragen kann.“

Die letzte Frage stellte schließlich Wisotzki selbst – und zwar an Schmidt: „Wie sieht es denn mit einer Zusammenarbeit zwischen SPD und den Bürgern für Hohenlimburg aus?“ Der BfHo-Mann lächelte, ließ sich aber nicht ganz in die Karten schauen: „Die Aussichten dafür sind an diesem Abend auf keinen Fall schlechter geworden.“

 
 

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