„Wir sind stets offen für Experimente“

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.. Kommende Woche jährt sich die Einweihung des Kunstquartiers: Ende August 2009 eröffnete das Emil-Schumacher-Museum und das sanierte Karl-Ernst-Osthaus-Museum. Rund 4000 Besucher kommen monatlich ins Kunstquartier.

Für Dr. Alexander Klar, ­wissenschaftlicher Leiter des Emil-Schumacher-Museums, ein gutes Jahr. Durchschnittlich 4000 Interessierte suchen monatlich das Kunstquartier auf, „wobei wir den starken Zick-Zack-Kurs über zwei Jahre beobachten und dann analysieren werden“, erläutert Klar. So sei zum Beispiel der März mit 6500 Gästen der mit Abstand besucherstärkste Monat gewesen. „Wir sind kein reines Bilder-Museum, wollen Schwellen überwinden und offen für Experimente sein“, betont der Museumsleiter mit Inbrunst.

Und gibt Beispiele für das „Über-den-Zaun-schauen“: „Das Tanztheater-Festival ,Tanzräume’ wurde bei uns im Oberlichtsaal vor 250 Gästen eröffnet („Zum Kulturbüro haben wir einen sehr guten Draht.“), mit dem Handy-Festival im letzten Jahr wollten wir besonders junge Leute - also eine neue Zielgruppe - ansprechen, und in der Langen Museumsnacht im Juli haben 1000 Besucher das Kunstquartier aufgesucht.“

Sommerfest zum Start ins zweite Jahr

Der Startschuss ins zweite Jahr Museumsinsel fällt am Freitag, 27. August, um 18 Uhr mit dem Sommerfest des Fördervereins des Emil-Schumacher-Museums. „Das Fest auf dem Museumsplatz findet zum einjährigen Bestehen des Schumacher-Museums statt, außerdem will sich die Museumsleitung auf diesem Wege für das Engagement und die Unterstützung des Fördervereins bedanken“, erläutert Kustos Rouven Lotz.

Im Rahmen des Festes wird die Ausstellung des portugiesischen Künstlers Rui Inácio eröffnet. „Eine echte Entdeckung - ich habe den jungen, zeitgenössischen Künstler vor ein paar Jahren in London kennengelernt“, schwärmt Alexander Klar. „Parallel zur Laborausstellung ,Wahre Bilder/True Images’ in Hagen zeigt Rui Inácio in der Galerie Hans Strelow in Düsseldorf eine große Werkschau. Vorher hat der Künstler, der - genau wie Emil Schumacher - materiell und in mächtigen Strukturen arbeitet - noch nie in Deutschland ausgestellt.“

Rui-Inácio-Ausstellung bis zum 10. Oktober

Rui Inácios reliefartigen „Urwald-Bilder“ bestehen aus Acryl und Bimsstein-Gel - ein spannender Material-Mix. Flankierend wird die Neuhängung der Schumacher-Sammlung (Geburtstagsausstellung) im Oberlichtsaal präsentiert. „Schumacher-Klassiker wie ,Palmarum’ und ,Pinatubo‘ zeigen wir natürlich nach wie vor, aber auch Werke, die bislang im Kunstquartier noch nicht ausgestellt wurden, zum Beispiel Alumet I und II sowie Aquarius, drei Bilder auf Aluminiumblech, sowie weitere ,Bögen’-Bilder von Schumacher“, macht Klar neugierig. Nach dem Rundgang wartet auf die Besucher des Festes (Eintritt frei) Live-Musik auf dem Museumsplatz sowie ein gastronomisches Angebot.

Die Rui-Inácio-Ausstellung läuft bis zum 10. Oktober; am 23. Oktober wird die große Doppel-Ausstellung „Verwandte Seelen: Emil-Nolde / Emil Schumacher“ mit insgesamt 100 Werken eröffnet.

 
 

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