Windkraft: Fürst setzt sich auf Dialog

Grürmannsheide/Iserlohn..  „Wir haben gelernt, dass der Bürgerwille der Iserlohner oberste Priorität hat. Wir möchten gemeinsam mit den Bürgern planen. Über den Windpark auf dem Schälk kann und muss man reden. Dazu lade ich Sie ein.“ Dieses Angebot vor allem auch an die Anwohner auf der Grürmannsheide machte Fürst Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg am Samstag als Festredner beim IBSV-Traditionsessen in der Parkhalle.

Zuvor hatte der Eigentümer der Flächen auf dem Schälk erläutert, warum er „für die Windkraft, hier und anderswo, aber mit Augenmaß“ ist. „Eine wesentliche Voraussetzung für den Fortbestand der Wälder, wie wir sie kennen, ist der Kampf gegen den Klimawandel.“ Denn der sei längst in „unseren Wäldern, auch hier in Iserlohn angekommen“. Besonders problematisch seien dabei die warmen Winter, durch die viel mehr Schädlinge die kalte Jahreszeit überleben würden, um dann immer mehr vitale Bäume anzubohren und dann zum Absterben zu bringen. „Und betroffen sind davon nicht Einzelbäume, sondern ganze Wälder.“ Hinzu kämen die zunehmenden Wetterturbulenzen: „Immer öfter und mit erschreckender Regelmäßigkeit verwandeln Orkane unsere Wälder in ein Feld der Verwüstung“, erinnerte der Fürst an Kyrill. Eine Fläche von 420 Fußballfeldern sei 2007 allein in seinem Forst kahlrasiert worden.

Eine Million Euro anGewerbesteuern für die Stadt

Um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten, brauche man die Energiewende, die ja auch von den meisten Bürgern befürwortet werde. „Energie muss aber dort gewonnen werden, wo die wenigsten Menschen betroffen sind.“ Deshalb sei er beispielsweise gegen eine energetische Nutzung im Stadtwald: „Das Stadtbild von Iserlohn muss intakt bleiben.“ Die auf dem Schälk geplanten Anlagen seien indes „aus Iserlohn kaum auszumachen“.

Der Fürst betonte zudem den wirtschaftlichen Aspekt: „Die Stadt wird 1,7 Prozent ihres künftigen Gewerbesteuereinkommens aus dem Windpark beziehen.“ Denn auch wenn die planende Firma ABO Wind ihren Sitz in Wiesbaden hat, so geht er davon aus, dass für den Betrieb Projektgesellschaften vor Ort gegründet werden und so rund eine Million jährlich ins Stadtsäckel fließen. „So haben wir das jetzt auch für einen Windpark an der A 2 gemacht.“ Auch dort habe es übrigens zunächst einen „Sturm der Entrüstung“ gegeben beim Bekanntwerden der Pläne, die jetzt nach Gesprächen im Einvernehmen mit den Bürgern umgesetzt würden.

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