Widerstand auf der Reher Heide

Die Strommasten überragen bereits die neuen Häuser auf der Reher Heide. Jetzt sollen in diesem Bereich neue 380-kv-Leitungen und neue Masten hinzukommen.
Die Strommasten überragen bereits die neuen Häuser auf der Reher Heide. Jetzt sollen in diesem Bereich neue 380-kv-Leitungen und neue Masten hinzukommen.
Foto: WP

Hohenlimburg.. Nach der Überraschung wird nicht die Sprachlosigkeit folgen. Ganz im Gegenteil: „Wir werden uns wehren!“

So lautet der Tenor einer Bürgerversammlung zu den jetzt vom Arnsberger Regierungspräsidenten ausgesprochenen Plänen zum Verlauf der 380-kV-Höchstspannungsleitung von Garenfeld/Berchum in den Märkischen Kreis in Richtung Letmathe und Wiblingwerde.

Denn von der neuen Trassenführung (unsere Zeitung berichtet mehrfach) sind die Anwohner von Reh, der Berliner Allee und der Straßen Im Löhenbusch und Im Gersegge betroffen. Rund 120, wie es die Stadt Hagen in einer Beratungsdrucksache ermittelt und geschrieben hat.

Diese Entscheidung des Regierungspräsidenten, die Trassenführung zu ändern und nach Norden zu verlegen, ließ die davon betroffenen Reher Bürger nicht ruhen. Sie planten eigentlich „nur“ eine Nachbarschaftsinformation zu diesem Thema und erstellten dazu einen Flyer, durch den dann jedoch achtzig gleichgesonnene und interessierte Bürger mobilisiert wurden. „Die große Resonanz ist Ausdruck der Besorgnis“, schreiben die drei Initiatorinnen dieser Bürgerversammlung, Martina Gripshöfer, Andrea Schüren und Bettina Renfordt, dazu in einer Presseerklärung.

Die drei engagierten Frauen referierten zu Beginn des Abends zum Stand der Planungsdinge: Zum Raumordnungsverfahren (ROV), zum Planfeststellungsverfahren, den geplanten und alternativen Trassenführungen und der Darstellung des Ablaufs des raumordnerischen Verfahrens in Hagen.

Nach diesen Ausführungen, die von den Teilnehmern sehr gelobt wurden, schloss sich eine rege Diskussion der betroffenen Bürger an, die sich zum Teil recht hitzig, zum Teil aber auch sehr besorgt Gedanken über mögliche gesundheitlichen Beeinträchtigungen und über den Wertverlust ihrer Grundstücke und Häuser durch die neue Trassenführung machen.

Denn alle Betroffenen, das wurde deutlich, blicken mit Spannung auf die Entwicklung vor der eigenen Haustür.

Denn dort droht, so die Initiative, Gewaltiges auf die Anwohner zuzukommen: Während in Henkhausen/Elsey die Trasse vollständig zurückgebaut wird und die Grundstücke im einstigen Schutzstreifen der Trasse sich in Bauland verwandeln, werden durch die Arnsberger Entscheidung die Anwohner der Alternativtrasse dreifach belastet.

Die dort vorhandene Leitung der Enervie/DB mit 16 Leiterseilen und einer Spannung von 220 und 110 kV bleibt nämlich bestehen.

Hinzu kommen die 24 Seile der Amprion mit 380 kV (welche künftig die 220 kV aus Henkhausen/Elsey ersetzen) sowie die verbleibenden sechs Seile mit 110 kV aus Henkhausen/Elsey, die von der neuen Trasse mitgenommen werden, zusammen also 46 stromführende Seile!

Die Trasse Reh-Nord erfordert zudem die zweimalige Überquerung der Enervie-Trasse. Das hat im Bereich von Reh und im Bereich des Kirchenberges jeweils zwei ca. 100 Meter hohe Querungsmasten zur Folge.

Morgen Bezirksvertretung

Schon jetzt sind die Betroffenen auf interessante Gespräche mit den heimischen Politikern in den kommenden Wochen gespannt, in denen diese an ihr Versprechen erinnert werden sollen, dass der Mensch - auch der aus Reh? - im Vordergrund stehen wird!

Am Mittwoch beschäftigt sich, wie berichtet, die Bezirksvertretung Hohenlimburg ab 16 Uhr im Rathaus Hohenlimburg mit diesem Thema.

 
 

EURE FAVORITEN