Werner Hahn: „Mit dem Theater seit 35 Jahren verheiratet“

Werner Hahn ist in puncto Neubesetzung der Intendantenstelle nicht nur Wunschkandidat von OB Schulz, sondern auch von vielen Mitarbeitern des Theaters. Der 60-jährige Lutz-Leiter verneint jedoch jegliche Ambitionen auf den Chef-Sessel: „Die Intendanten-Position passt nicht zu meiner Persönlichkeit.“ Den Betrieb mit weit weniger finanzieller Ausstattung als bisher in eine völlig neue Zukunft zu führen, sähe er für sich als nicht machbar an, „ich bin mit dem Hagener Theater seit 35 Jahren verheiratet“. Um den hochkomplexen Betrieb mit verschiedenen Tarifrechten im Sinne der Stadt zielführend zu leiten, seien einschneidende Maßnahmen nötig, „und das täte mir weh. Am Hagener Haus sind wir im großen Ensemblegeist erzogen worden. Doch so, wie sich die Stadt entwickelt, wird es diese Ensemblekultur nicht mehr geben.“

Hahn appelliert daran, einen auf zehn Jahre ausgerichteten Einsparplan zu entwickeln, bei dessen Ergebnis keine der beteiligten Seiten – Politik, Verwaltung , Theater – das Gesicht verlieren dürfe. Vielleicht sei das Einschalten eines Vermittlers, eines Mediators, ein geeigneter Weg.

Klaus Fehske (FDP), aktiv in Theaterförderverein und Bürgerstiftung, ist davon überzeugt, ein externes Kurzgutachten sei nötig, um die verkrusteten Fronten aufzuweichen. „Ich kann mir vorstellen, dass sich Theaterförderverein und Bürgerstiftung an den dafür anfallenden Kosten beteiligen würden.“

Auch die allgemeine Denke sollte sich ändern: „Natürlich müssen sich Kandidaten um die Intendanten- und GMD-Stellen bewerben, aber auch wir – Stadt und Theater - müssen um Kandidaten werben.“ Fehske empfiehlt, mit einem neuen Intendanten einen Zwei-Jahres-Vertrag (statt Fünf-Jahres-Vertrag) abzuschließen, „damit beide Seiten feststellen, ob die gesteckten Ziele erreichbar sind“.

 
 

EURE FAVORITEN