Wenn der Landtagskandidat dreimal klingelt

Helmut Diegel
Helmut Diegel
Foto: WP
  • Helmut Diegel will es noch einmal wissen und in den NRW-Landtag einziehen
  • Der 60-Jährige besucht aktuell bereits die Wähler und überrascht diese mit einem offenen Ohr
  • Dabei verfolgt er ein Ziel: Eroberung des Direktmandats im Wahlkreis 103

Hagen..  „Ich bin wieder da“, verkündet Helmut Diegel mit fester Stimme, „und ich will den Wahlkreis direkt holen.“ Der CDU-Kandidat für die bevorstehende Landtagswahl, der am 14. Mai im Wahlkreis 103 im direkten Duell auf den amtierenden SPD-Abgeordneten Wolfgang Jörg trifft, gibt sich hochmotiviert. „Ich trete nicht an, weil ich auf einen sicheren Listenplatz schiele. Ich habe auch gar keine Lust darauf zu spekulieren. Diese werden angesichts der Zersplitterung der politischen Mehrheiten bei den großen Parteien ohnehin kaum eine Rolle spielen“, so seine Prognose.

Wahlkreis direkt holen

„Ich will es aus eigener Kraft schaffen – schließlich muss man noch Ziele haben.“ Bereits 2005 sei er mit lediglich 400 Stimmen Rückstand an seinem SPD-Rivalen gescheitert. Zudem stimmt ihn die „ständig gute Präsentation der CDU Hagen“ optimistisch. „Wir bewegen uns längst auf Augenhöhe mit der sonst in Hagen stets dominierenden SPD. Inzwischen sind wir in der Lage, den Wahlkreis direkt zu holen.“

Seit einem Jahrzehnt ist der Vollblutpolitiker, der inzwischen zwar im Ruhrgebiet wohnt, aber weiterhin als Hagener identifiziert wird, hier seinen Freundeskreis pflegt und sich in der Ortsunion Emst engagiert, aus dem Politikgeschäft raus. Doch seine Lust zu gestalten treibt ihn weiterhin an: „Ich brauche keine Karriere mehr zu machen, es macht mir einfach Spaß.“

Eine Leidenschaft, die ihn bereits seit August zu den Wohnungstüren der Bürger treibt. „Ich habe im Moment so viel Freiraum wie noch nie in meinem Leben“, spielt Diegel nach seinem schweren Herzinfarkt diesen zeitlichen Vorteil bereits heute konsequent aus.

Begleitet von lokalen CDU-Persönlichkeiten wie Wilfried Horn, Ruth Träger, Heinz Breddermann, Rainer Voigt und Hans-Joachim Junge klingelt Diegel bei den Menschen und erlebt dort positiv überraschte Bürger, die sich begeistert zeigen, dass überhaupt einmal ein Politiker vorbeischaut und sich für ihre Anliegen interessiert. „Die Menschen fühlen sich abgeholt“, nimmt er viele Anliegen zu Verkehrsproblemen, Müllabfuhr, Sportstätten, Windkraftanlagen und Stromtrassen mit und liefert auch Rückmeldungen. „Ich stelle für mich fest: Es gibt keine Wahlverdrossenheit, sondern eine Politikmüdigkeit – kein Mandatsträger sollte glauben, er würde bei seinem Handeln nicht permanent beobachtet.“

„Ich möchte vor allem verhindern, dass die AfD der CDU deutlich mehr als fünf Prozent klaut“, gilt es für Diegel zu verhindern, dass der Frust der Menschen in eine Denkzettelwahl mündet. „Dann sollen die Bürger ihren Dampf lieber im Gespräch mit mir ablassen und ich kann auch gleich die Gegenargumente liefern.“ Denn es sei tatsächlich zu beobachten, so die erste Zwischenbilanz seiner Gespräche, dass die Flüchtlingsthematik sowie der Umgang mit den EU-Zuwanderern die politische Sensibilität der Bürger dominiere.

Menschen ohnmächtig

Zwar werde ihm, so Diegel, in den Gesprächen der Eindruck vermittelt, dass die meisten Menschen mit ihrer persönlichen Lebenssituation zufrieden seien, der Asylanten- und Zuwanderungsthematik jedoch ohnmächtig gegenüberstünden. „Diese negative Depri-Stimmung möchte ich im Dialog aufbrechen.“ 100 Streifzüge durch seinen Wahlkreis hat sich der CDU-Kandidat bis Weihnachten vorgenommen, ein ähnliches Pensum soll 2017 folgen. „Bis dahin werde ich etwa 10 000 Gespräche geführt haben. Ob das was bringt, weiß ich nicht. Aber wer gewinnen will, muss alles versuchen.“

 
 

EURE FAVORITEN