Was die OB-Kandidaten zur Klinik-Debatte sagen

Hagen..  Der Abend war viel zu kurz für all die Fragen, die unsere Leser an die Kandidaten für das Oberbürgermeister-Amt gestellt hatten. Daher werden wir im Nachklang zu unserer großen OB-Kandidaten-Podiumsdiskussion von Anfang April nun nach und nach die Antworten veröffentlichen zu den Themenkomplexen, die an dem Abend nicht behandelt werden konnten. Den Anfang mach das Thema „Krankenhauslandschaft in Hagen“. Das Thema gehört – da die Häuser nicht in städtischer Trägerschaft sind – nicht zum unmittelbaren Kompetenzbereich eines OB.

Trotzdem haben uns viele Leserzuschriften erreicht. Offensichtlich erwarten die Bürger, dass ein Hagener OB sich dieses Thema annimmt. Wie stehen also die Kandidaten: Was werden Sie für die Zukunft der Krankenhauslandschaft tun? Was sagen Sie zum katholischen Nein zur Krankenhaus-Fusion?

ZIch hätte das Zusammengehen der katholischen Krankenhäuser mit dem Allgemeinen Krankenhaus begrüßt, weil es für die Versorgung der Menschen in Hagen und auch wirtschaftlich vernünftig gewesen wäre. Insofern konnte ich das Nein der katholischen Kirche zu dieser Fusion nicht verstehen. Obwohl der Oberbürgermeister in dieser Frage nicht entscheiden kann, würde ich in jedem Fall das Gespräch mit allen Beteiligten suchen und mich auch bei künftigen Entscheidungen zur Krankenhauslandschaft für die Interessen der Menschen und Patienten in der Stadt einsetzen.

parteilos für CDU, Grüne und FDP

ZDie Krankenhauslandschaft hat wesentliche Auswirkungen auf die stationäre gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung und den Rettungsdienst der Stadt Hagen. Deshalb ist es zwingend geboten, dass ein Oberbürgermeister sich dieses Themas annimmt. Es ist eine gesamtstädtische gemeinsame Lösung mit allen Trägern der Hagener Krankenhäuser anzustreben.

SPD

ZDer OB kann hier nur vermittelnde Funktion einnehmen. Generell ist darauf zu achten, dass eine hinreichende Versorgung mit Krankenhausplätzen und allen erforderlichen Spezialisten gewährleistet ist. Vor dem Hintergrund des anstehenden Bettenabbaus ist ein Zusammenrücken der unterschiedlichen Träger dringend geboten. Kategorische Hemmnisse müssen im gemeinsamen Dialog überwunden werden.

Hagen Aktiv

Z Krankenhäuser dürfen nicht zum Spielball der Konfessionen werden. Am Beispiel der Hagener Krankenhäuser zeigt sich, dass es der katholischen Kirche nicht um die Belange der Patienten oder Mitarbeiter geht, sondern nur um den Erhalt der Glaubenshoheit in den Krankenhäusern. Eine Moderatorenrolle des zukünftigen OB stelle ich mir extrem schwierig vor, da vor allen Dingen die Glaubensfrage im Vordergrund steht. Für mich zeigt dieses Beispiel, dass über den dritten Weg nachgedacht werden muss und die Mitarbeiter der Kirchen endlich in den Genuss ihrer Arbeiternehmerrechte kommen.

Linkspartei

ZDer Wettbewerb unter den Kliniken nimmt bekanntermaßen zu. Davon sind die Hagener Krankenhäuser nicht ausgenommen. Insofern wäre eine geplante Fusion nur konsequent. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Problematisch in dem Zusammenhang ist nur, dass ein Großteil des Einsparungspotentials im Stellenabbau zu liegen scheint. Eine Harmonisierung im administrativen Bereich ist tatsächlich wünschenswert. Einen Stellenabbau zu Lasten der Patientenversorgung darf es aber nicht geben.

AfD

 
 

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