Waldkindergarten für waldreichste Großstadt

Jens Stubbe
In diese Hütte könnte im Sommer 2014 ein Waldkindergarten einziehen.
In diese Hütte könnte im Sommer 2014 ein Waldkindergarten einziehen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Stadtverwaltung und Wirtschaftsbetrieb Hagen planen einen Waldkindergarten im Stadtwald. An den Start gehen soll das Projekt im Sommer 2014. Ein Träger wird gesucht.

Hagen. Die waldreichste Großstadt Nordrhein-Westfalens soll einen Waldkindergarten bekommen. Die Planungen des Fachbereichs Jugend und Soziales und des Wirtschaftsbetriebs Hagen sehen vor, dass die Einrichtung im Stadtwald im Sommer 2014 an den Start geht.

Untergebracht werden soll der außergewöhnliche Kindergarten in einer Waldarbeiterhütte hinter dem alten Forsthaus am Deerth. „Wir prüfen gerade, wie die städtische Immobilie hergerichtet und an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen werden kann“, sagt Michael Greive, Fachbereichsleiter Betrieb und Werkstätten beim Wirtschaftsbetrieb Hagen. „Dabei geht es auch um Brandschutzaspekte.“ Zu erreichen sei das Haus über einen gut befestigten Wirtschaftsweg mit dem Auto.

Kosten für die Herrichtung des Gebäudes fallen zunächst beim Wirtschaftsbetrieb Hagen an. Allerdings soll sich die Investition durch die Mieteinnahmen, die ein möglicher Träger entrichten muss, refinanzieren.

Hütte mit Holzwänden

Die zweigeschossige Hütte mit Holzwänden, die über eine Grundfläche von rund 40 Quadratmetern verfügt, soll für Kinder und Erzieherinnen als Rückzugsmöglichkeit bei extremer Witterung dienen. Denn in der Regel ist die Gruppe draußen unter freiem Himmel unterwegs. „Der Wald“, so heißt es in dem Handbuch „Qualität im Waldkindergarten“ des Landesverband der Wald- und Naturkindergärten NRW, „bietet ein harmonisches und in seinen Anreizen dosiertes Angebot für ein ganzheitliches Lernen und lebendige Erfahrungen aus erster Hand.“

Ein konkretes Konzept für die Einrichtung, die sich in Nachbarschaft der AWo-Suchtklinik befindet, gibt es noch nicht. Es soll in Zusammenarbeit mit einem Träger entstehen. „Noch befinden wir uns aber am Anfang der Planungen“, so Gerd Steuber, Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales. „Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ein Waldkindergarten nach Hagen passt und auf eine gewisse Resonanz stößt, auch wenn es nicht jedermanns Vorstellung entspricht, dass ein Kindergarten unter freiem Himmel stattfindet.“ Vergleichbare Einrichtungen gibt es in Sprockhövel und in Nachrodt-Wiblingwerde.

Träger gesucht

In einem nächsten Schritt geht es für die Stadt Hagen darum, einen Träger für den Waldkindergarten zu finden. Dass die Stadt selbst einspringt, ist nur für den Fall vorgesehen, dass sich kein anderer findet.