Von Hasen, Eiern und Süßem

Mit Ostern verbinden wir die Karwoche, Osterfeuer, Osterhasen, Ostereiersuche und vieles mehr. Das Osterfest ist ein Traditionsfest: Jede Familie hat ihre eigenen Traditionen und Bräuche, die sie gerne feiert. Aber woher haben diese Brauchtümer ihren Ursprung? Lautschrift hat sich für Euch schlau gemacht.

Ostern feiern die Christen als Auferstehung Jesu Christi von den Toten, der als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Laut dem Neuen Testament fielen sein Tod und seine Auferstehung in die Passahwoche.

Kein Fleisch am Freitag

Dem Osterfest voran geht die Karwoche. Der Begriff „Kara“ stammt aus dem Althochdeutschen und heißt so viel wie „Klage und Trauer“. An Karfreitag gedenken die Christen der Kreuzigung Christi. Er ist ein strenger Fastentag, an dem kein Fleisch gegessen wird. Bei uns in NRW gehört der Karfreitag zu den stillen Feiertagen, an dem öffentliche Freizeit- und Tanzveranstaltungen verboten sind.

Was soll das mit den Ostereiern?

Woher kommt der Brauch mit den Eiern? Darüber wird gestritten:

Nach einer Theorie kommt der Brauch aus dem Mittelalter. Im Mittelalter verbot die Kirche den Menschen ausdrücklich den Verzehr von Fleisch während der Fastenzeit. Das Ei galt damals als „flüssiges Fleisch“ und durfte daher nicht verzehrt werden. Während der gesamten Fastenzeit hatten die Bauern deswegen so viele Eier übrig, dass sie diese hart kochen mussten, damit sie länger haltbar blieben. Zu Ostern durften die Eier dann gegessen werden.

Einer zweiten Theorie zufolge dienten Eier als Zahlungsmittel der Bauern gegenüber ihren Grundherren. Da die Hennen zur Frühlingszeit und damit vor Ostern gerade sehr viele Eier legten, dienten sie als Grundabgabe.

Einer anderen Theorie nach soll der Brauch um die Eier aus dem Heidentum kommen. Im Frühling soll man der Göttin „Ostara“ Eier als Geschenk gemacht haben, die damals als Symbol der Fruchtbarkeit galten. Die Kirche verbot dieses heidnische Ritual, so dass die Menschen gezwungen waren, die Eier eben zu „verstecken“.

Mit dem Hasen kommt der Frühling

Auch das Bild unseres Osterhasen soll darauf zurückzuführen sein, dass er in der Frühlingszeit als besonderes Symbol der Fruchtbarkeit angesehen wurde und daher eine besondere Bedeutung für die Menschen hatte. Woher damit unsere Bräuche und Bilder zu Ostern genau kommen, lässt sich daher nur erahnen.

Dagegen lässt sich der Brauch des Osterfeuers auf das Jahr 1559 zurückführen. Schon damals, wie heute, werden im Feuer Puppen verbrannt, die für Judas stehen sollen, der Jesus an die Römer verraten haben soll. Gerade das Osterfeuer ist bei uns in Deutschland sehr beliebt, da man dort in geselliger Runde mit vielen zusammenkommt.

Ostern in Europa

Auch unsere europäischen Nachbarländer haben viele Osterbräuche: In den überwiegend katholisch geprägten Ländern, wie Österreich und Polen, werden am Gründonnerstag oder Karsamstag Osterspeisen traditionell gesegnet. Darunter zählen (natürlich) Eier, Schinken und Süßigkeiten. Also alles was in der Karwoche nicht gegessen werden soll. Am Ostersonntag gibt es dann ein großes Frühstück, an dem die gesegneten Speisen verzehrt werden.

In Polen, Tschechien und der Slowakei feiert man am Ostermontag zusätzlich „ Śmigus-dyngus“. Dabei werden die Frauen von den Männern mit Wasser oder mit Parfüm besprüht. Die Frauen können dann im kommenden Jahr mit Schönheit und Gesundheit rechnen.Im Gegenzug bekommen die Herren der Schöpfung ein bemaltes Osterei oder etwas Süßes.

Jedes Land hat wie auch jede Familie seine eigenen Traditionen zu Ostern.

Wir drücken die Daumen, dass das Wetter euch keine Tradition verregnet.

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