Volme-Galerie hofft nach Umbau auf Primark

Hagen..  Die vorweihnachtliche Wuseligkeit in der Hagener Innenstadt ebbt längst noch nicht ab. Die Anbieter sind für das vierte Adventswochenende und die letzten Tage bis zum Fest präpariert. Sowohl bei den Budenbetreibern auf dem Weihnachtsmarkt als auch an den Kassen der Einzelhändler dominieren zufriedene Gesichter. Nach dem Spätstart der Rathaus-Galerie werfen bereits weitere Investitionen ihre Schatten voraus. Die Betreiber der Volme-Galerie stecken im Feinschliff der letzten Vertragsverhandlungen für neue Nutzer um damit für die Zukunft. So befindet man sich mit dem Günstig-Textil-Discounter Primark, der zu den Wunschkandidaten gehört, in engen Verhandlungen.

Mit der Versteigerung der letzten Horten-Waben aus der Fassadenverkleidung schlug man zudem gestern Nachmittag das Warenhaus-Kapitel endgültig zu. Aber auch die Rathaus-Galerie hat noch letzte Quadratmeter zu vermarkten, und beim Schuhhaus Salamander kündigt sich der nächste große Umbau an.

Helmut Koprian, Geschäftsführer der gleichnamigen Hamburger Centermanagement-Gesellschaft, als solcher seit Jahrzehnten in ganz Europa unterwegs und Vater des Rathaus-Galerie-Konzeptes, hatte diese Nachfolgeinvestitionen bei der Eröffnung des 120-Millionen-Euro-Komplexes bereits angedeutet: „Ich prognostiziere, dass die Nachbarn und Einzelhändler im Umfeld der Rathaus-Galerie in den nächsten zehn Jahren das Fünffache von dem investieren werden, was die Rathaus-Galerie gekostet hat“, rechnete er eine Strahlkraft im Volumen einer halben Milliarde Euro vor.

Dabei blickte er vorzugsweise auf den Mitbewerber vis-à-vis. Aber auch die Sanierung des Café-de-Paris-Pavillons an der Mittelstraße, die Umgestaltung des Wohn- und Geschäftshauses an der Ecke Dahlenkampstraße oder auch das Facelifting der Salamander-Schuhdependance an der Ecke Marienstraße zählen zu diesen ersten Nachfolge-Investitionen.

Gespräche laufen noch

Die SEB Investment GmbH, der die Volme-Galerie gehört, befindet sich derweil in finalen Verhandlungen mit zwei möglichen großen Ankermietern für den leergezogenen Kaufhof-Komplex im Erd- und ersten Obergeschoss. Nachdem unsere Zeitung bereits im vergangenen Juli darüber berichtet hatte, dass SEB in Verhandlungen mit dem Textil-Discounter Primark stecken soll, wird SEB-Asset-Managerin Nicole Jekel mittlerweile konkreter. „Primark ist unser Wunschkandidat. Aber es ist noch zu früh, genauere Informationen zu geben“, weist sie darauf hin, dass man mit einem weiteren Unternehmen aus der Textil-Branche verhandele. Primark ist wegen seiner Billig-Preis-Politik zwar umstritten, gilt aber auch – siehe Thier-Galerie in Dortmund – als großer Frequenzbringer und ist bei Jugendlichen sehr beliebt.

Weiterer Fitness-Anbieter

Im zweiten Obergeschoss des ehemaligen Horten-Komplexes, wo vormals unter anderem die Musik-Abteilung der vorherigen Saturn-Filiale untergebracht war, soll ein Fitnesscenter einziehen, wo man in der Shoppingmall Sport treiben können soll. Außerdem wird das Unternehmen „Mister Lady“ in die Volme-Galerie einziehen. „Im Moment hat die Entkernung der betroffenen Flächen aber höchste Priorität“, erklärt Nicole Jekel.

Beim Management der Rathaus-Galerie zeigt man sich derweil mit den ersten Wochen sehr zufrieden. Gut 20 000 Besucher an normalen Wochentagen und etwa das Doppelte an den Samstagen „sind tolle Zahlen, damit bin ich sehr zufrieden“, verweist Koprian neben der Kundenfrequenz vor allem auf die Umsatzzahlen.

Die Effekte des Weihnachts- und Eröffnungshypes mal rausgerechnet, sehen sich die Center-Betreiber in ihrer Jahreshochrechnung etwa 20 Prozent über Plan. „Sie erleben mich also sehr relaxed“, lässt sich der Geschäftsführer auch durch letzte Leerstände nicht aus der Ruhe bringen.

Für ihn gilt weiterhin: „Es wäre ein Leichtes, diese Flächen aufzufüllen. Aber wir wollen nicht den fünften Telefonladen, sondern bei uns steht das Niveau im Vordergrund. Auf entsprechend qualitätvolle Mieter sind wir auch bereit, ein wenig länger zu warten“, verweist er darauf, dass bereits 96 Prozent der vermietbaren Flächen betrieben würden. Noch im Januar würden ein indischer und ein italienischer Gastronom folgen. „Für die letzten zehn Leerstände stehen wir bereits mit vier Mietern direkt vor dem Abschluss“, erwartet Koprian hier die nächsten Eröffnungen rund um Ostern.

Gleichzeitig erinnert der Branchen-Kenner daran, dass die Textil-Branche im Herbst gerade erst ein zweistelliges Minus habe verkraften müssen. Dies steigere nicht gerade die Expansionslust der Filialisten. „Vermietungsgespräche dauern heute bis zu neun Monate.“ Gleichzeitig habe Hagen nicht die gleiche Lobby wie Koblenz oder Trier, die als Städte zwar deutlich kleiner seien, aber von den Kunden als regionale Oberzentren anerkannt würden. „Da könnte es sehr helfen, wenn die Hagener auch nach außen etwas mehr Stolz auf ihre Stadt verbreiten würden“, empfiehlt Koprian, „wir würden gerne dazu beitragen.“

 
 

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