Vermieter verweigert Rathaus-Galerie-Mietern Schadenersatz

In der Rathaus-Galerie läuft das Weihnachtsgeschäft.
In der Rathaus-Galerie läuft das Weihnachtsgeschäft.
Foto: Mike Fiebig
Das Hagener Einkaufszentrum eröffnete einen Monat später als geplant. Den entgangenen Umsatz will der Vermieter den Händlern aber nicht ersetzen.

Hagen-Mitte.. Die umsatzstärksten Wochen des Jahres sind angebrochen. Dabei lässt die Atmosphäre in der Rathaus-Galerie aktuell nicht vermuten, welcher Frust noch vor einem Monat in der Mieterschaft des Shoppingcenters herrschte. Die geplante Eröffnung am 12. Oktober war wegen mangelnden Brandschutzes um einen Monat verschoben worden. Für die Händler bedeutete das Umsatzverluste und Personalkosten, denen keine Einnahmen gegenüberstanden. Viele Mieter forderten Schadenersatz von der GNO-Grundstücksverwaltung aus München, die zur Gruppe der Bauherrin GEDO gehört und müssen die nächste Kröte schlucken. Die GNO will den Schaden nicht regulieren.

Die Schuhkette Deichmann hatte sich bislang offen gehalten, Regressforderungen zu stellen. „Nun haben wir ein Schreiben von dem Vermieter erhalten, in dem er mitteilt, dass er nicht für Schadensersatzansprüche wie Umsatzausfall oder zusätzliche Kosten aufkommen will. Wir prüfen das Thema zurzeit“, heißt es bei Deichmann.

In dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, erklärt die Grundstücksverwaltung, dass die erfolgreiche Eröffnung am 13. November nur möglich gewesen sei, „weil wir in den verbleibenden vier Wochen seit dem 14. Oktober (Anm. d. Red: Das war der ursprüngliche Eröffnungstermin) keine Mühen und Kosten gescheut haben, die behördlichen Vorgaben zur Eröffnung der Galerie zu erfüllen.“ Den Mietern bringt das wenig. Ein Umsatzmonat fehlt.

Zusatzkosten in Millionenhöhe

Es seien leistungsfähige Firmen eingesetzt worden, schreibt GNO. Durch den zusätzlichen Einsatz vieler Elektromonteure und Ingenieure seien Zusatzkosten in Millionenhöhe ausgelöst worden. Nur so sei verhindert worden, dass der Galerie ein ähnliches Schicksal zuteil geworden wäre wie dem Berliner Flughafen, lesen sich die Zeilen so, als wenn die Mieterschaft sich lieber freuen sollte, dass der Konsum-Tempel schon einen Monat später eröffnet werden konnte.

GNO: Keine grobe Fahrlässigkeit

Schadenersatz könne gegenüber der GNO nicht geltend gemacht werden, schreibt die Gesellschaft. Man verweist auf Paragraf 17 des Mietvertrages, wonach das nur ginge, wenn der GNO Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden könnte. „Versäumnisse gab es im Bereich unserer Erfüllungsgehilfen, die von uns sorgfältig ausgesucht und überwacht wurden. Das gilt insbesondere für den Brandschutz.“ Zwischen der ursprünglich engagierten Brandschutzfirma Imtech und der Rathaus-Galerie-Bauherrin GEDO gab es auf der Zielgeraden so starke Differenzen, dass GEDO kurz vor der Ziellinie den Vertrag kündigte. Imtech zeichnete auch verantwortlich für die Brandschutztechnik des neuen Berliner Flughafens, an dem der Brandschutz lange als Hindernis für die Eröffnung galt.

Versäumnisse der Mieter

Die GNO verweist im Falle der Rathaus-Galerie zudem darauf, dass die wesentlichen Mängel bei den sicherheitsrelevanten Anlagen keinesfalls ausschließlich in die Verantwortung des Vermieters fielen. „In sehr vielen Fällen hatten die Mieter entgegen der Mietverträge (...) es versäumt, die behördlichen Voraussetzungen für die Eröffnung ihres Shops zu schaffen“, steht in dem Mieter-Anschreiben.

 
 

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