Unterhaltsame Wissensvermittlung

„Gaks und Giks“ feierte jüngst  im Lutz Premiere.
„Gaks und Giks“ feierte jüngst im Lutz Premiere.
Foto: Theater
Am Sonntag hatte das Schauspiel „Gaks und Giks“ im Theater Lutz Premiere. Eine Stunde lang brachten Professor Gaks und Professor Giks den jungen Zuschauern die Schaltzentrale des menschlichen Körpers näher. Leider war die Premiere eher schlecht besucht.

Hagen-Mitte.. Mit wie viel Liebe „Gaks und Giks“ auf die Bühne des jungen Theaters Lutz gebracht wurde, ahnt man schon bei einem Blick auf das Programmheft. Verspielte Zeichnungen umrahmen eine Grafik, die alle wichtigen Teile des Gehirns kindgerecht erklärt. Am Sonntag hatte das Schauspiel Premiere. Eine Stunde lang brachten Professor Gaks und Professor Giks den Zuschauern die Schaltzentrale des menschlichen Körpers näher – Wissensvermittlung und Unterhaltung, nicht nur für Kinder. Leider war die Premiere eher schlecht besucht.

Das Stück des Dortmunders Thorsten Bihegue dreht sich um die beiden Professoren Giks und Gaks. Die Zwei sind so unterschiedlich wie die menschlichen Hirnhälften. Professor Gaks, gespielt von Loris Qorai, ist seriös, ordentlich und logisch, Professor Giks (Hardy Karl-I-Bond) spontan, lustig und emotional. Gemeinsam lieferten die beiden einen Auftritt ab, der kurzweiliger nicht sein könnte. Schnelle Dialoge, Sing-, Tanz- und Rap-Einlagen sowie jede Menge Klamauk verwandelten Wissensvermittlung in ein buntes Spektakel. Selbst bei längeren Erklärungen kam nie Langeweile auf.

Darsteller harmonisieren perfekt miteinander

Grund dafür: Die beiden Darsteller harmonierten perfekt miteinander. „Das ist bemerkenswert, was die beiden für einen tollen Weg hier bei uns gegangen sind“, sagte Regisseur Werner Hahn. Auch mit dem Bühnenbild ist der Leiter des Lutz zufrieden: „Was das Technik- und Requisiten-Team aus dieser kleinen Bühne herausgeholt haben, ist unglaublich.“

In zwei Hälften geteilt, fanden sich auch im Bühnenbild der sachliche und der kreative Teil wieder. Dazwischen ein großer Kopf mit Augen und Ohren. Doch erst als die beiden Professoren beschlossen, in Giks Gehirn zu steigen, um herauszufinden, warum er Angst vor Spinnen hat, wurde das Bühnenbild richtig beeindruckend. Zwei große Klumpen aus Lichterketten und Lampions hingen hinter dem großen Kopf von der Decke herab. Gaks fragte diese Neuronen nach dem Weg und die beiden gelangten zum Langzeitgedächtnis. Dort hingen alte Erinnerungen von der Decke. Zu jeder von ihnen gab es eine eigene Geräuschkulisse. Gal Grinberg hatte extra für die Inszenierung elektronische Klangeinspielungen komponiert, die sich perfekt in die Stimmung des Stücks einfügten.

Applaus von Kindern und Eltern

Das angenehm unpädagogische Stück profitiert von einer durchdachten, liebevollen Inszenierung voller Musik und Witz. Doch bei all den Gags lernen die jungen Gäste trotzdem noch etwas über das Gehirn. Auch wenn man es dem Spiel nicht ansieht, einfach war diese Mischung nicht: „Es ist ein schmaler Grat zwischen Theaterspielen und Wissensvermittlung“, so Hahn, „Uns war ein fantasievoller Umgang mit dem Stoff, der eigentlich nicht fassbar ist, wichtig. Unser Hirn ist ein grenzenloser Kosmos, dass man ihn nur schwer greifbar machen kann. Der Umgang damit hat uns allen viel Spaß gemacht, wir hatten witzige Proben.“

Genau das merkte man dem Ergebnis auch an. Das Publikum honorierte es mit andauerndem Kinderlachen. Und auch die Eltern waren oft zu hören. Nach einer Stunde bunter Unterhaltung applaudierten die Zuschauer so laut, dass man meinen konnte, der gesamte Saal wäre ausverkauft. Schade, dass er es nicht war.

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