Unmut bei Douglas-Mitarbeiter wegen Stellenabbau in Hagen

Die Konzernzentrale  der Douglas Holding in Hagen an der Kabeler Straße.
Die Konzernzentrale der Douglas Holding in Hagen an der Kabeler Straße.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Der angekündigte Stellenabbau bei Douglas sorgt bei den Betroffenen für Unmut. Unmut nicht ausschließlich, weil Menschen ihren Job verlieren. Besonders die Art und Weise, wie dies mitgeteilt worden sein soll, wird scharf kritisiert. Einen Betriebsrat gibt es nicht. In Hagen fallen rund 59 Stellen weg.

Hagen.. Mehrere Betroffene haben sich bei der Stadtredaktion gemeldet. Ihren Namen wollen sie nicht in der Zeitung lesen, weil sie noch arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen entgegensehen. Sie eint aber eine große Enttäuschung. 113 Vollzeit-Stellen wird Douglas streichen – 139 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind davon betroffen. Allein am Standort Hagen fallen 59 Vollzeit-Stellen weg, die derzeit von 78 Beschäftigten besetzt sind.

Einige von ihnen sind seit mehr als 30 Jahren bei Douglas angestellt – vielfach also ihr gesamtes Arbeitsleben. Entsprechend groß war der Schock, als einige in der vergangenen Woche einen Aufhebungsvertrag vorgelegt bekamen. Der solle binnen einer Woche, also bis Mittwoch, unterzeichnet werden. Nach den Schilderungen der Betroffenen sei ihnen nahegelegt worden, das Haus möglichst zügig zu verlassen. Sie seien ab sofort frei gestellt, müssten nicht noch einmal an ihre Arbeitsstelle zurückkehren. „Man konnte sich noch nicht mal richtig von den Kollegen verabschieden“, so eine Betroffene.

Eine andere langjährige Beschäftigte berichtet, dass in dem Aufhebungsvertrag zwar eine Abfindung enthalten sei: „Aber die wiegt nicht die Verluste auf, die ich bis zur Rente habe. Ich werde in meinem Alter keinen Job mehr finden.“ Eine andere Kollegin sei von Weinkrämpfen geschüttelt worden.

Kein Betriebsrat bei Duglas

An Betriebsratsmitglieder konnten sich die Betroffenen nicht wenden, denn einen solchen Betriebsrat gibt es in der Douglas Holdingnicht. Eine Douglas-Sprecherin sagt auf Anfrage dazu, man pflege auch so „ein faires und offenes Verhältnis zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“.

Zu den Vorwürfen der Betroffenen will das Unternehmen keine Stellung nehmen: Interne Vorgänge würden nicht kommentiert. „Der leider unumgängliche Stellenabbau wird so sozialverträglich wie möglich umgesetzt, und wir tun alles, um die Betroffenen zu unterstützen.“

Kein leichter Stand für Gewerkschaft

Zunächst einmal plant eine ganze Reihe der Betroffenen aber gegen den Verlust der Arbeitsplätze vorzugehen. Einige haben schon anwaltlichen Rat eingeholt. Das regt auch Monika Grothe, für den Handel zuständige Gewerkschaftssekretärin bei Verdi, an: „Ich empfehle allen, auf jeden Fall eine Klage zu prüfen.“

Ein Aufhebungsvertrag sei zunächst einmal die einvernehmliche Auflösung des Arbeitsvertrages. Aber auch wenn man die Unterschrift unter die Aufhebung verweigere, könne das Unternehmen weiter agieren: „Dann kommt wahrscheinlich die betriebsbedingte Kündigung“, so Grothe. „Die wird man wohl letztlich mit dem Umbau im Unternehmen begründen.“

Die Gewerkschaft hat im Fall Douglas keinen leichten Stand, da man seit Jahren immer wieder vergeblich versucht hatte, die Initiative zu einer Betriebsratsgründung zu starten. Auch der gewerkschaftlich Organisationsgrad scheint gering zu sein. Bislang hat sich erst eine der Betroffenen bei Verdi gemeldet, um Hilfe zu suchen.

 
 

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