Ulrich Aldas zweite Amtszeit rückt in weite Ferne

Ulrich Alda wird keinen aussichtsreichen Listenplatz bekommen.
Ulrich Alda wird keinen aussichtsreichen Listenplatz bekommen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Alda erhält schlechten Listenplatz
  • Keine Fokussierung auf Bundetagsmandat
  • 62-Jähriger nimmt es sportlich

Hagen.. Der Hagener FDP-Landtagsabgeordnete Ulrich Alda wird im kommenden Jahr kaum Chancen haben, nach den Wahlen wieder in das Düsseldorfer Parlament einzuziehen. Zwar wird der FDP-Landesverband erst im Herbst die Reserveliste für die am 14. Mai 2017 stattfindende NRW-Landtagswahl verabschieden, doch der Bezirksverband Westfalen-West hat jetzt schon die entscheidenden Weichen gestellt. Und das bedeutet für Alda: Er wird keinen aussichtsreichen Listenplatz bekommen. Diese Informationen der WESTFALENPOST bestätigte der 60-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Gleichwohl wird Alda im Mai 2017 weiter als Direktkandidat für den Landtag in seinem Hagener Wahlkreis antreten – allerdings werden ihm keine Chancen eingeräumt, das Direktmandat für Hagen tatsächlich zu erringen. Erst Anfang Februar war er vom FDP-Kreisverband zum Kandidaten gekürt worden. Ulrich Alda, der auch FDP-Kreisvorsitzender in Hagen ist, will sich die Enttäuschung nicht anmerken lassen: „So etwas müssen sie in diesem Job hinnehmen.“ Ihm sei immer bewusst gewesen, dass das Mandat auf Zeit sei.

Hagener Kreisverband zu klein

Gleichwohl hatte er erst vor wenigen Wochen bei seiner Nominierung deutlich gemacht, wie gerne er eine weitere Legislaturperiode lang im Düsseldorfer Landtag arbeiten würde: „Das Parlament braucht Praktiker.“ Derzeit ist Alda dort unter anderem Sprecher der FDP-Landtagsfraktion im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit sowie im Petitionsausschuss. Nach einem Platz 20 auf der Reserveliste bei der Wahl im Jahr 2012, der damals wegen des überraschend guten FDP-Landesergebnisses für einen Sitz im Landtag reichte, hätte Alda eigentlich diesmal auf einen noch besseren Platz spekulieren können. Doch dazu kam es nicht.

Die Erklärung des 60-Jährigen: „Im Bezirksverband Westfalen-West, zu dem auch der EN-Kreis, der Märkische Kreis, der Kreis Olpe und der Kreis Siegen-Wittgenstein gehören, hat Hagen nur neun von 80 Delegiertenstimmen. Und diesmal war eine Mehrheit der Meinung, dass ein EN-Kandidat den aussichtsreichen Platz bekommen sollte. Da ist der Hagener Kreisverband dann zu klein, um sich durchsetzen zu können.“

Berlin keine Option

Trotz der Enttäuschung will sich der Hagener weiter bei den Liberalen engagieren: „Die FDP bleibt mein Hobby und sie bleibt in meinem Herzen.“ Er habe ja weiter auch seine eigene Firma, eine Personalberatung. Zudem sei er beim Ausscheiden aus dem Landtag im 62. Lebensjahr: „Für mich ist das keine Härte.“ Zudem tröstet er sich mit dem Gedanken, dass er nicht der erste liberale Abgeordnete im Bezirk ist, der von seinen Parteimitgliedern auf den Listenplätzen nach unten gereicht worden ist : „Das ist in Hagen auch schon dem früheren FDP-Bundestagsabgeordneten Gerhard Schüßler so passiert oder Helga Daub in Siegen-Wittgenstein. Und im EN-Kreis Konrad Schily, dem Bruder von Ex-Innenminister Otto Schily.“

Alda wurde quasi als Kompensation im Gegenzug ein aussichtsreicher Reservelistenplatz für die ebenfalls im kommenden Jahr stattfindende Bundestagswahl angeboten. Doch dies ist nach derzeitigem Stand keine Option für den Hagener. „Da werde ich auf jeden Fall Katrin Helling-Plahr den Vortritt lassen. Wir brauchen Frauen in der FDP, wir dürfen keine Alte-Männer-Partei werden.“

 
 

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