Tunnel nicht so teuer wie befürchtet

Die Flächen hinter dem Hauptbahnhof werden durch den Tunneldurchstich zu einem Filetstück der Hagener City.
Die Flächen hinter dem Hauptbahnhof werden durch den Tunneldurchstich zu einem Filetstück der Hagener City.
Foto: WP
  • Der Durchstich des Gleistunnel soll 7 Millionen Euro kosten
  • Ursprünglich war mit 12 Millionen gerechnet worden
  • Die Verbindungsachse wertet die Flächen auf

Hagen.. Der geplante Durchstich des Gleistunnels unter dem Hagener Hauptbahnhof hindurch in Richtung des neu entstehenden Entwicklungsgebietes zwischen Bahn-Areal und Philippshöhe – genannt Westside Hauptbahnhof – würde die Stadt Hagen knapp sieben Millionen Euro Kosten. Das ist das Vorab-Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die von der Planungsverwaltung beim Düsseldorfer Fachbüro IVB (Ingenieurgesellschaft für Verkehrs- und Baumanagement) in Auftrag gegeben wurde. Diese Berechnung liegt deutlich unter der ursprünglichen Kalkulation der Stadt, die von etwa zwölf Millionen Euro Investitionskosten ausging.

„Das ist doch endlich einmal eine positive Botschaft“, unterstrich daher auch Stephan Ramrath (CDU), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Einhellig gab die Politik der städtischen Planungsverwaltung das Signal, dieses Projekt mit Nachdruck weiterzuverfolgen, damit pünktlich zur Fertigstellung der Bahnhofshinterfahrung im Jahr 2019 auch die direkte Anbindung an den Hagener Verkehrsknotenpunkt und weiter in die Innenstadt realisiert ist.

Gefälle einplanen

Verlängerung und Durchstich des bestehenden Gleistunnels sind rein ingenieurtechnisch kein Pappenstiel. Zumal die in die Jahre gekommene Unterführung längst nicht mehr den Vorschriften des aktuellen Bahn-Regelwerks entspricht.

So würden moderne Tunnelbauwerke mit dieser Funktion heute mit einer Breite von 16 Metern angelegt, damit sie nicht schon beim Betreten als Angstraum empfunden werden. Der Hagener Tunnel ist gerade einmal 7,75 Meter breit. Weiteres Problem: Der Mindestabstand zwischen Gleisen und Tunneldecke muss mindestens 60 Zentimeter betragen, ein Kriterium, das in Hagen ebenfalls nicht erfüllt wird. Zumal das letzte Gleis, das im Besitz der Deutschen Edelstahlwerke ist, auch noch ein wenig tiefer verläuft als die übrigen Bahngleise.

Die Machbarkeitsstudie hat jetzt aufgezeigt, dass eine Verlängerung des Tunnels dennoch möglich sei, man jedoch ein gewisses Gefälle einplanen müsse. Dieses entspreche aber durchaus den Maßstäben der Barrierefreiheit. Insgesamt, so das Ergebnis einer Grobkostenschätzung würden sich die Kosten für den Tunneldurchstich auf 4,7 Millionen Euro belaufen. Hinzu kämen noch einmal Baunebenkosten von etwa einer Million Euro sowie ein 20-prozentiger Zuschlag für Baugrundaufbereitung, Kampfmittel- und Altlastenbeseitigung sowie Leitungsverlegungen. Damit ergibt sich eine Netto-Summe von gut 6,8 Millionen Euro. Zur Finanzierung hofft die klamme Stadt auf Unterstützung aus Städtebau- und ÖPNV-Förderprogrammen.

Aufwertung für den Bahnhof

Parallel dazu erarbeitet die Planungsverwaltung einen städtebaulichen Entwurf für den Raum „Westside Hauptbahnhof“ der die vielfältigen Anforderungen durch den Zusammenfluss von Volme und Ennepe, die Nähe zu Bahnanlagen und das Wohnquartier Philippshöhe oder auch die Altlastenproblematik berücksichtigt. „Ziel ist die Herstellung eines hochwertigen Quartiers mit Dienstleistungsbetrieben und Büros“, beschreibt Stadtbaurat Thomas Grothe den Anspruch. „Durch die Verklammerung der Bereiche östlich und westlich des Bahnhofsgebäudes wird der Hauptbahnhof insgesamt gestärkt.“

 
 

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