Trotz Auftakt-Flop kamen 60.000 Besucher in Hagener Rathaus-Galerie

Die neue Rathaus-Galerie lockt auch ohne geöffnete Läden reichlich Neugierige.
Die neue Rathaus-Galerie lockt auch ohne geöffnete Läden reichlich Neugierige.
Foto: Michael Kleinrensing
Auf den Tag des Schocks folgten am Mittwoch erste Signale von Aufbruchstimmung: Rund um die Uhr und bis an die zeitlichen Grenzen des gesetzlichen Arbeitsschutzes versuchen die Handwerker die Mängel an der Brandschutzanlage der Rathaus-Galerie in den Griff zu bekommen.

Hagen.. Nach der Eröffnungspleite sollen so schnell wie möglich, aber genauso sorgfältig wie nötig neben dem Saturn-Elektromarkt auch die übrigen 69 Shops an den Start gebracht werden. „Das wird nicht vor dem 27. Oktober passieren, soll jedoch möglichst noch vor dem Late-Night-Shopping am 7. November geschehen“, zeigte Centermanager Christoph Höptner das angedachte Zeitfenster auf.

Dem Besucherstrom der Neugierigen tat der Auftakt-Flop kaum einen Abbruch: Obwohl mit Saturn nur ein Laden – immerhin ein Viertel der Gesamtfläche – geöffnet war, drängten sich am Dienstag mehr als 60.000 Besucher durch den Eingang Mittelstraße. Bei einem Komplett-Start wären bloß 40.000 Menschen mehr erwartet worden.

Und auch gestern nutzten längst nicht nur Hagener die Chance, den neuen Einkaufsmagneten in der Innenstadt zu beschnuppern. Während ein Deko-Anbieter im Eingangsbereich mit seinen Weihnachtsaccessoires, die Genussmanufaktur Wajos, Tchibo sowie die Parfümerie Pieper sich in vornehme Dunkelheit hüllten, nutzten Gina Laura, Bonita, Rossmann oder auch Schuh Hammerschmidt die Chance, ihre Schaufenster und Warenangebote bereits im rechten Licht zu präsentieren.

100 Arbeitsstunden für die Feuerwehr

Abseits des steten Kundenstroms werkelte derweil im abgesperrten Bereich die Latzhosen-Fraktion an jenen Brandschutz-Problemen, die bis zur Eröffnung nicht mehr zu lösen waren. „Die Hausaufgaben für den Bauherrn waren klar definiert und er hat sie nicht gemacht“, begründete Feuerwehr-Dezernent Thomas Huyeng gestern noch einmal, warum der Stadt am Ende gar keine andere Möglichkeit mehr blieb, als die Komplett-Eröffnung nicht zu genehmigen. „Eine solche Grenze überschreite ich nicht – egal, was dann passiert.“

Die Beamten der Hagener Feuerwehr, die in den vergangenen zwei Wochen etwa 100 Arbeitsstunden (Rechnung folgt) der Rathaus-Galerie widmeten, haben derweil das Feld wieder den Technikern überlassen, die zusammen mit TÜV-Sachverständigen und dem Brandschutzgutachter der GEDO versuchen, die opulente Mängelliste abzuarbeiten. Erst zur nächsten technischen Abnahme zusammen mit der Bauordnung ist die Stadt wieder mit im Boot.

Centermanager Höptner zieht derweil Kraft für sein angekratztes Nervenkostüm aus dem breiten Zuspruch, der ihm aus den Reihen der Galerie-Gäste entgegenströmte: „Ich bin positiv überrascht, wie wenig Kritik und wie viele Kopf-hoch- und Mutmacher-Sprüche uns erreichen.“

 
 

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