Traum vom eigenen Gesellschaftsspiel

Hagen..  Dichtes, dunkles Haar, ein schwarzer Vollbart. Frank Wendling erkennt sich selbst kaum in dem Beitrag, den der WDR in den 90er Jahren über ihn und seine Kreation drehte.

Damals präsentierte er das von ihm erfundene „Wortfinder“-Spiel in einer Schule, begleitet von Fernsehkameras. Das Resümee von Kindern und Lehrern war sehr positiv, dennoch schaffte es das Lernspiel nie in die Produktion. Zwei Jahrzehnte später – und kein Stückchen weniger von seiner Erfindung begeistert – wagt Wendling einen neuen Anlauf.

Besondere Farbwürfel

„Ich bin davon überzeugt, dass es sich lohnt dranzubleiben. Ich habe mein Spiel nie aus den Augen verloren“, schwärmt Wendling, der den Kubik-Zauberwürfel als Inspirationsquelle nennt. Letzteres liegt vor allem an den ungewöhnlichen Würfeln, die zum Spielen von „Wortfinder“ benötigt werden.

Diese haben auch sechs Seiten wie gewöhnliche Würfel, doch zeigt jeder von ihnen immer dieselbe Zahl. Unterschieden wird nicht anhand der Ziffer, sondern anhand der angezeigten Farbe. Dann bekommt man ein dementsprechend farbiges Buchstaben- oder Silbenplättchen und muss aus mehreren Fragmenten ein Wort zusammensetzen. Dafür sammeln die Spieler Punkte. „Das ist einerseits ein Lernspiel für Kinder, andererseits auch ein anspruchsvolles Rätselspiel für Knobler“, lautet Wendlings Fazit.

Investoren überzeugen

Aus der ursprünglichen Idee entstand eine aus Pappe gebaute Eigenkreation. Später ist Wendling dazu übergegangen, die Schachtel aus Holz zu bauen. Alles möglichst professionell, um mögliche Investoren zu überzeugen.

Doch die konnten nicht in dem Maße für „Wortfinder“ begeistert werden, dass sie es produzieren wollten. Von großen Gesellschaftsspiele-Verlagen wie Ravensburger bekam der private Spielentwickler eine Absage. Auch bei Besuchen auf der Messe „Spiel“ in Essen konnte Wendling nicht das Herz eines Investors erweichen.

Zwei private „Kleininvestoren“ konnte Wendling immerhin begeistern, die sich privat an ihn wandten und ein Exemplar erstehen wollten. Eine Anfrage, der er gerne nachkommt, denn Wendling sagt über sein Spiel: „Es ist mein Traum, dass mehr Menschen in den Genuss kommen ,Wortfinder’ zu spielen.“ Und vielleicht findet sich eines Tages ein Sponsor für das Spiel.

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