Trauer um Horst Wisotzki sen.

Haspe..  Sein Name ist untrennbar mit der Hasper Historie verbunden. Als leidenschaftlicher Kümmerer für seinen Stadtbezirk brachte er sich mit ganzer Kraft für seine Überzeugungen ein, hatte eine sensible Antenne für gesellschaftliche Ungerechtigkeiten, prangerte hartnäckig offensichtliche Missstände an und stellte dafür allzu oft seine eigenen Bedürfnisse hinten an. Seine Lebensmaxime, die er selbst einmal mit den Worten umschrieb „Die Demokratie verlangt ganz einfach das Engagement der Bürger, sonst klappt’s nun mal nicht“ blieb für ihn nie bloße Theorie. Im Alter von 92 Jahren ist Haspes erster Bezirksvorsteher Horst Wisotzki sen. verstorben. Die Trauerfeier zur anschließenden Urnenbeisetzung des Bundesverdienstkreuzträgers beginnt am Dienstag, 2. August, um 11 Uhr in der Andachtshalle des Hasper Friedhofes.

Geboren 1924 in Ostpreußen, kam Wisotzki schon im Alter von drei Monaten nach Haspe. Nach dem Krieg war der gelernte Schriftsetzer von 1949 bei dem Hagener Unternehmen Gustav Butz und Co. tätig, das später durch die Firma West­druck übernommen wurde. Dort wirkte Wisotzki von 1955 unter zum Teil schwierigsten Voraussetzungen als Betriebsrats­vorsitzender.

Wandel gemanagt

Sein kämpferischer gewerkschaftlicher Einsatz für die Westdruck-Kollegen führte Mitte der 70er Jahre zu seiner Entlassung. Nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit fand der Vater dreier Söhne und einer Tochter schließlich bis zu seiner Pensionierung neue Aufgaben in Iserlohn als Organisationssekretär des DGB im Kreis Mark. Fast zeitgleich mit seinem Westdruck-Engagement wurde Wisotzki 1955 zum Vorsitzenden des damaligen Bezirks Hagen in der IG Druck und Papier gewählt. Für rund drei Jahrzehnte lenkte er die Geschicke der Gewerk­schaft im Bereich Südwestfalen.

Für die Bürger bleibende Spuren hat Wisotzki vor allem durch seinen politischen Einsatz für Haspe hinterlassen. Als 1975 nach der kommunalen Neugliederung erstmals Bezirksvertretungen gewählt wurden, ließ sich der überzeugte Sozialdemokrat von seinen Parteifreunden nicht lange bitten und übernahm das Amt des Bezirksvor­stehers. Ein Glücksgriff, wie sich schnell herausstellte, denn in für Haspe ausgesprochen schwierigen Zeit nach Stilllegung der Hütte agierte er – u.a. von 1973 bis 1994 als Mitglied im Hasper Sanierungsbeirat – als tatkräftiger Anwalt für die Bedürfnisse der Hasper Bürger. 1984 übergab der Wacholderritter und Kettenträger des Hasper Heimat- und Brauchtumvereins, der einst im Schatten der Andreas-Brauerei mit seiner Hohenlimburger Kollegin Marie Schumann die Freundschaftslinde pflanzte, diese Rolle an Karl-Adolf Duhme.

„Gerade in einer Zeit, in der materielle Werte überall zu regieren scheinen, sind Idealisten Ihres Schlages mehr als selten“, würdigte im Jahr 2000 Alt-OB Wilfried Horn den Bundesverdienstkreuzträger. Eine Charakterisierung, mit der Wisotzki in den Köpfen der Menschen verhaftet bleibt.

 
 

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