Töne aufgenommen und mit Acrylfarbe zu Papier gebracht

Dortmund..  Bei seiner künstlerischen Recherche für die Bilderreihe „Reviere ums U“, die seit heute im Museum Ostwall im Dortmunder U, ausgestellt ist, hat sich Florian Hüttner das Umfeld des Museums genau unter die Lupe genommen. Dabei fand der Maler etwa 30 verschiedene „Reviere“ – wie er sie nennt – also Orte, die für ihn von bestimmten Gruppen geprägt sind.

Während seiner Spaziergänge durch das Union-Viertel hat sich der Künstler nicht nur auf das Visuelle konzentriert. Er habe auch nach Tönen gesucht, die diese „Reviere“ ausmachen. Mit einem Aufnahmegerät fing er Geräusche, seine Gespräche mit Menschen rund um die Rheinische Straße, die Bahnhofgegend und die Fußgängerzone ein. Die Orte habe er spontan ausgesucht und seine Eindrücke anschließend mit Acrylfarben auf Papier gebracht.

Keine Werbung für Stadtteil

Die Werke sollen keine Werbung für diesen Stadtteil machen. „Sie bilden den Blick eines Künstlers auf die Umgebung des Museums Ostwall ab, der von außen kommt und sich dieses Viertel anschaut“, sagt Kurt Wettengl, Direktor des Museums Ostwall. Zugleich ist diese Ausstellung eine Sendestation. Sie wird von den Tonaufnahmen des Künstlers begleitet und die über verschiedene Kanäle zu hören sein: Zum Beispiel ein Internetradio, das speziell für diese Ausstellung eingerichtet wurde und mit Hilfe eines QR-Codes im Ausstellungsraum abrufbar ist. Eine andere Möglichkeit, die Ausstellung mit allen Tonaufnahmen kennenzulernen ist das Programm im Radio 91,2: „Zweimal täglich werden Moderatoren eins der Reviere vorstellen“, sagt Wettengl. Mit vielen Orten verbinden den Künstler schöne Erinnerungen: „In einem türkischen Café wurde ich herzlich aufgenommen und habe mich mit dem Inhaber lange unterhalten“, so Hüttner.

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