ThyssenKrupp will die letzten deutschen Standorte verkaufen

ThyssenKrupp will seine Standorte in Oege und Olpe verkaufen.
ThyssenKrupp will seine Standorte in Oege und Olpe verkaufen.
Foto: dapd
Die 680 Menschen, die noch in den ThyssenKrupp-Werken in Oege und Olpe arbeiten, wissen längst Bescheid: Die Fabriken sollen verkauft werden. Nur wer der Käufer sein wird, das steht noch nicht fest. Doch davon wird wohl abhängen, ob und wie lange die Arbeitsplätze noch erhalten bleiben.

Oege.. Es wird ernst. Das ist für die 680 Federnwerker aus Oege und Olpe eigentlich nicht neu. Doch bis zum Ende des Geschäftsjahres (30. September) sollen jetzt diese beiden letzten deutschen Standorte der ThyssenKrupp Federn und Stabilisatoren GmbH verkauft werden.

An wen? Darüber schweigen sich die Verantwortlichen von ThyssenKrupp noch aus. Dementsprechend groß ist - mal wieder - die Unruhe in den Betrieben. Und auch bei den Kunden. „Die verhalten sich deutlich zurückhaltend“, sagte gestern Elmar Weber, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender aus Hohenlimburg. Und noch einen weiteren Kritikpunkt richtet er an die ThyssenKrupp-Geschäftsführung in Düsseldorf / Essen. „Die erforderlichen Investitionen, um mit den Produkten am Markt bestehen zu können, sind zuletzt ausgeblieben.“

Zusammen mit seinem Kollegen Günter Pawlack (Oege) und Andreas Warnecke und Bernd Döppeler (beide Olpe) suchte er gestern das Gespräch mit Hubert Rosenthal (IG Metall) sowie den beiden langjährigen Landtagsabgeordneten Michael Scheffler (Märkischer Kreis) und Wolfgang Jörg (Hagen). Denn am heutigen Dienstag sind in Olpe und am Freitag in Hohenlimburg Belegschaftsversammlungen angesetzt.

Hoffnung auf Unterstützung aus dem NRW-Wirtschaftsministerium

Ob es dann neue Erkenntnisse über potenzielle Erwerber geben wird? Nach Informationen der IG Metall soll es gegenwärtig vier Interessenten geben. „Natürlich wünschen wir uns einen industriellen Erwerber“, sagten gestern Elmar Weber und Bernd Döppeler. „Finanzinvestoren oder Heuschrecken sind in Oege und in Olpe unerwünscht.“

Und Hubert Rosenthal ergänzt. „Es ist sinnvoll, den gesamten Federnbereich, also auch die Werke in England, Mexiko, Brasilien und China, als Paket an den Markt zu bringen. Der Käufer muss dabei ein sogenannter ,Best oder Fair owner’ sein. Und: Er muss sich verpflichten, die Standorte nicht zu schließen oder in den folgenden fünf Jahren nicht zu verkaufen.“ Rosenthal wünscht sich schnellstmöglichen Kontakt mit den Interessenten. „Damit diese uns ihre Zukunftskonzepte vorstellen.“

Dabei setzt er auch auf die Unterstützung aus dem NRW-Wirtschaftsministerium, das mehr als zwei Jahrzehnte den Kampf um die Rettung der Federnstandorte begleitet hat. „Wir bauen auch auf die Unterstützung von Hannelore Kraft“, sagte Wolfgang Jörg gestern. Und Michael Scheffler betont, dass in diesem Fall auch die heimischen Bundestagsabgeordneten mit ins Boot geholt werden sollen.

 
 

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