Theaterprojekt einmalig in Deutschland

Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen dem Theater Hagen, dem Theaterförderverein und den Hagener Berufsschulen v.l. Jochen Müller, Arthur Schäfer, Werner Wiggers, Klaus Hacker, Dieter Lindemann, Bernhard Limbeck, Thilo Borowczak, Johannes Maria Schatz und Norbert Hilchenbach
Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen dem Theater Hagen, dem Theaterförderverein und den Hagener Berufsschulen v.l. Jochen Müller, Arthur Schäfer, Werner Wiggers, Klaus Hacker, Dieter Lindemann, Bernhard Limbeck, Thilo Borowczak, Johannes Maria Schatz und Norbert Hilchenbach
Foto: WR Theo Schmettkamp

Hagen.. Es ist wieder Glühweinzeit. Sicher ein Grund mit dafür, warum sich Initiator Johannes Maria Schatz gestern im Museumscafé so glühend an sein Gespräch mit Theaterpädagogin Miriam Walter vor einem Jahr auf dem Hagener Weihnachtsmarkt erinnerte.

Auch damals, so der Lehrer am Cuno I Berufskolleg, gab es ein Tässchen Glühwein. Doch was Schatz und Walter sich damals mit Blick auf den 100. Geburtstag des Theaters überlegten, wird keine Schnapsidee bleiben. Ganz im Gegenteil. Gestern unterschrieben die Chefs der fünf Hagener Berufskollegs, Theaterintendant Norbert Hilchenbach und Hagens erster Theaterförderer Klaus Hacker einen Kooperationsvertrag und besiegelten damit den ehrgeizigen Plan, im kommenden Jahr ein in Deutschland einmaliges Theaterprojekt umzusetzen. „Hagenial - Das Musical“ lautet der Arbeitstitel der Jugendmusical-Produktion zur Jubiläumsspielzeit 2011/12, die ausschließlich in den Berufskollegs entwickelt und mit Hilfe der fachlichen Kompetenz der Theatermitarbeiter in Szene gesetzt werden wird. Die Regie führt Thilo Borowczak.

„Als wir mit der Idee des Jugendmusicals ans Theater herantraten, war das Interesse groß. Allerdings wurde uns auch gesagt, dass die Theaterwerkstätten für eine weitere Produktion keine Kapazitäten mehr hätten. Daher lagern wird die gesamte Vorproduktion in die Schulen aus“, so Schatz, der selbst Religion, Deutsch und Politik unterrichtet.

Schulleiter Gerhard Limbeck von der Kaufmannsschule II und seine Kollegen sind zuversichtlich, dass sie sowohl künstlerisch als auch technisch mit Hilfe ihrer Lehrer und insgesamt 10 000 Schülern im Frühjahr 2012 eine gelungene Premiere feiern werden. „Die Schulen arbeiten schon jetzt sehr gut zusammen. Zwar haben wir ein künstlerisches Projekt dieser Größe bisher noch nicht realisiert, wichtig ist aber, dass wir unsere Schüler allesamt zu Akteuren machen. Das wird sehr spannend“, so Limbeck. „Wir erweitern Horizonte, zeigen neue Wege auf, entwickeln Kreativität und beweisen Stärke. Pädagogisch ein tolles Projekt“, so sein Kollege Dieter Lindemann von der Kaufmannsschule I.

Wie Hacker freute sich gestern auch Intendant Hilchenbach darüber, dass sich das Theater mit dieser ganz besonderen Form neuen Wegen öffnet. „Wir haben im Jugendbereich bereits eine Menge getan, diese Zusammenstellung gab es aber weder hier noch in anderen Häusern.“

Mit den Unterschriften startet jetzt auch die Kreativphase in den Schulen. Denn zunächst einmal sind die Deutschlehrer gefragt, die mit ihren Klassen eine zeitgemäße Geschichte entwickeln sollen. Die Exposés werden von Theaterexperten ausgewertet, der beste Plot wird zu einem Musicallibretto weiterentwickelt. In einem Casting sollen dann die Schüler gefunden werden, die in zwei Akten und über 90 Minuten auf der Bühne singen, spielen und tanzen. Doch damit nicht genug, sind doch beim Bühnen-, Kostüm- und Maskendesign die künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten der Berufsschüler in ihren Werkstätten gefragt. Logos und Grafiken müssen ebenso für das Theaterstück entwickelt werden wie Plakate und Marketingstrategien. Denn immerhin soll das Musical 2012 vor möglichst ausverkauftem Haus so oft über die Bühne gehen, wie Unterschriften unter dem ehrgeizigen Kooperationsvertrag stehen: siebenmal. Für Initiator Johannes Maria Schatz eigentlich kein Problem. Er produzierte das bislang größte Jugendmusical „Rachel“ zum Weltjugendtag 2005. In 16 Vorstellungen saßen damals 24 000 Zuschauer.

 
 

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