Streik: Pakete kommen später an

Hagen..  Päckchen und Pakete, die durch die Deutsche Post zugestellt werden, könnten in und um Hagen verspätet beim Empfänger eintreffen. Denn gestern Mittag hat auch im Brief- und Paketverteilzentrum an der Buschmühlenstraße ein 24-stündiger Warnstreik begonnen, der noch bis heute Mittag dauern soll. Neben Hagen werden auch die fünf weiteren Verteilzentren der Post in Nordrhein-Westfalen bestreikt.

„Wir gehen davon aus, dass es zu einem weitgehenden Zusammenbruch der Paketsortierung und -verteilung kommt“, sagte der Verdi-Fachbereichsleiter für Postdienste in NRW, Uwe Speckenwirth. Es sei die Antwort auf die unzureichende Haltung der Arbeitgeber in der jüngsten Verhandlungsrunde der aktuellen Tarifauseinandersetzung.

Verdi wirft Post Vertragsbruch vor

Auslöser des Tarifkonfliktes ist aus Sicht der Gewerkschaft der Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe durch die Deutsche Post. Über den Hintergrund hatte unsere Zeitung berichtet: Mit dem Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung in 49 neuen Regionalgesellschaften (eine davon ist auch Hagen) verstoße die Deutsche Post gegen den zwischen den Tarifvertragsparteien abgeschlossenen Schutzvertrag, so Verdi.

Danach dürfe das Unternehmen bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Paketzustellbezirke an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben. Für diesen Schutz verzichteten die Beschäftigten unter anderem auf Kurzpausen und arbeitsfreie Tage. Mit der Verdi-Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich soll dieser Vertragsbruch kompensiert werden.

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