Straßenbahn AG denkt an Notfall-Fahrplan

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.. Das Tief Petra, das manche eiskalt erwischte, brachte einen Berufsstand mächtig ins Schwitzen: die Taxifahrer. Sie konnten gar nicht schnell genug sein. Allerdings waren auch sie nur mit gebremsten Schaum unterwegs, denn viele Straßen waren verkehrsmäßig schlicht verstopft.

„Eis und Schnee macht uns nichts aus“, lautete die Auskunft an einer Taxirufnummer. Die Nachfrage sei derzeit sehr hoch - was sich an leeren Taxiständen wie am Rathaus oder Hauptbahnhof zeigte. „Uns machen eher die Verständnislosen zu schaffen. Die, die nicht verstehen, warum sie eine Stunde auf ein Taxi warten müssen.“

Das mussten viele vor allem deshalb, da die Verantwortlichen der Hagener Straßenbahn organisatorisch an ihre Grenzen stießen. Nach der eher weniger überraschenden kompletten Linien-Einstellung am Donnerstagnachmittag wurden am Freitagmorgen Busse für nur vier Linien aus dem Depot gelassen - die 510, die 512, die 513/17 und die 542. Dass genau diese und keine andere Linie bedient und auch die genannten Linien witterungsbedingt nicht vollständig befahren werden konnten, darüber konnte die Straßenbahn ihre Fahrgäste nur unzureichend informieren.

„Dazu musste man den neuen Newsticker im Internet anklicken oder das Lokalradio einschalten,“ erklärte gestern Straßenbahn-Sprecher Dirk Thorbow.

Planbarkeit ist wichtig

Liniennetzplaner Paul-Gerhard Spoden und sein Team überlegen eine Art Katastrophenplan zu erarbeiten, der immer dann automatisch und ohne Ausnahmen in Kraft tritt, wenn das Bus-Netz nicht befahrbar ist. Denkbar, so schlugen auch WR-Leser gestern vor, wäre es, nur Linien in den ungefährdeten Tallagen fahren zu lassen, dort wo auch der HEB am ehesten streuen und räumen wird.

„Man muss einen Weg finden, der zu Verlässlichkeit und Planbarkeit führt“, so gestern Dirk Thorbow. Der Fahrgast - bei Schneelagen fühlt sich ja überdies noch mancher Autofahrer zusätzlich genötigt, sicherheitshalber von der eigenen Karosse auf die Busse umzusteigen - müsse jederzeit wissen, welche Strecken die Straßenbahn bedient.

Dies könne man einmal im Jahr per Faltblatt beispielsweise den Fahrplänen bei- und in den Bussen auslegen. Oder ins Internet stellen.

Um auch hier nicht das Rad neu erfinden zu müssen will man sich umschauen wie Verkehrsbetriebe in noch schneesichereren Gegenden mit solchen Lagen umgehen.

 
 

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