Stora Enso mit Volldampf voraus

Geschäftsführer Schürmann (2.v.r.) mit der Vorstandsriege: Kalle Sundström, Jouko Karvinen und Jarmo Alm.
Geschäftsführer Schürmann (2.v.r.) mit der Vorstandsriege: Kalle Sundström, Jouko Karvinen und Jarmo Alm.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Stora Enso hat auf dem Werksgelände in Sichtweite der A1 und der Entrindungshalle ein kombiniertes Dampf-Strom-Kraftwerk in Betrieb genommen, in dessen Errichtung das Unternehmen 19 Millionen Euro investiert hat.

Kabel.. Der Papierhersteller Stora Enso hat in den vergangenen sieben Jahren manches Tal durchlaufen. Die Arbeitsabläufe wurden mehrmals restrukturiert, eine Produktionslinie stillgelegt, fast die Hälfte des Personals abgebaut. Dennoch scheint die Unternehmensleitung des schwedisch-finnischen Konzerns auch in Zukunft am Standort Kabel festhalten zu wollen. Gestern wurde auf dem Werksgelände in Sichtweite der A1 und der Entrindungshalle ein kombiniertes Dampf-Strom-Kraftwerk in Betrieb genommen, in dessen Errichtung das Unternehmen 19 Millionen Euro investiert hat: „Ohne die vorherigen Maßnahmen hätten wir diesen Neubau nicht bekommen“, erläuterte Geschäftsführer Christian Schürmann, dass Arbeitsplatzabbau und Großinvestition in direktem Zusammenhang stünden: „Trotz extremer Arbeitsverdichtung haben wir unser Werk leistungsfähig gehalten.“

Stora-Enso-Vorstandschef Jouko Karvinen, sein Divisionsleiter Kalle Sundquist sowie Jarmo Aln, Chef der Papiersparte, die gestern eigens zur Eröffnung des Kraftwerks aus Helsinki nach Kabel gekommen waren, werden diese Worte mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben. Tatsächlich zählt Stora Enso mit rund 540 Mitarbeitern immer noch zu den größten und wichtigsten Arbeitgebern in Hagen. Auf dem hart umkämpften Holz- und Papiermarkt werde demnächst wohl noch manches europäische Unternehmen untergehen, blickte Schürmann voraus: „Aber ich denke, wir werden nicht dazu gehören.“

100 Tonnen Dampf pro Stunde

Das neue Kraftwerk trägt entscheidend dazu bei, das Kabeler Werk zukunftsfähig zu machen. Zwei der drei Kessel sind stets im Einsatz und in der Lage, pro Stunde jeweils 50 Tonnen Dampf zu erzeugen, den die Firma zur Papiertrocknung benötigt. Das geschieht, indem der heiße Dampf die zylindrischen, rotierenden Walzen erhitzt, über die das noch feuchte Papier geführt wird. Das sich niederschlagende Wasser wird zum Kraftwerk zurückgepumpt und mittels einer Gegendruckturbine wieder in Dampf umgewandelt. Die dabei frei werdende Energie wird als Strom ebenfalls in der Fabrik verwendet.

Die Belegschaft ist jedenfalls froh, dass der Standort Kabel eine Perspektive besitzt. „Wir schauen optimistisch in die Zukunft, so kann es weitergehen“, sagt Heinz Wohlfeil, seit 1985 im Kabeler Werk beschäftigt und zuständig für die Ausrüstung. Seine Kollegin Annekatrin Klingbeil aus der Qualitätskontrolle fügt hinzu: „Das Kraftwerk gibt uns neuen Mut, dadurch können wir nach vorne blicken.“

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen