Stephanie Krause - eine Spitzenfrau fürs Ehrenamt in NRW

Seit zehn Jahren leitet Stephanie Krause die Hagener Freiwilligenzentrale, seit kurzem ist sie nun auch Sprecherin aller Freiwilligenagenturen in NRW.

Hagen.. Ihr Lebens- wie auch Arbeitsmotto ist einfach: „Ohne viel Gedöns.“ Und damit scheint Stephanie Krause gut zu fahren. Seit zehn Jahren leitet sie die Hagener Freiwilligenzen­trale, seit kurzen ist sie nun auch Sprecherin aller Freiwilligenagenturen in NRW. Ohne großes Sich-wichtig-machen und ohne für sich und ihre Tätigkeit laut zu trommeln, hat sie sich an die Spitze vorgearbeitet. Eben ohne viel Gedöns .

Das für manch ehrenamtlich engagierten Hagener Bürger vielleicht das Wichtigste: Die Hagener Freiwilligenzentrale büßt durch Stephanie Krauses „Beförderung“ nichts ein. „Im Gegenteil: Hagen profitiert davon“, versichert die 40-Jährige. Hagen und seine Freiwilligenagentur – übrigens eine der ältesten Einrichtungen in NRW – würden dadurch in den Fokus ­rücken.

Ein Beispiel? Stephanie Krause muss nicht lange überlegen. „Die große Auftaktveranstaltung zur Woche des bürgerschaftlichen Engagements im September findet in Hagen statt. Das Event wird durch zwei Ministerien gefördert und ­es wird unserer Stadt viel Rummel und Aufmerksamkeit bringen.“

Netzwerkgedanke steht über allem

Zum Hintergrund der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in NRW, kurz „Lagfa“ genannt: Die Gemeinschaft existiert seit elf Jahren. Sie berät und begleitet Zentralen vor Ort, ermöglicht einen regelmäßigen Fachaustausch und bietet den Mitarbeitern Fortbildungsangebote. „Der Netzwerkgedanke steht über allem“, bringt es Krause auf den Punkt. Sie habe sich um die Sprecher-Stelle beworben, um nicht nur vor Ort, sondern auch auf politischer Ebene, also in den Ministerien, etwas bewegen zu können.

Bislang war Stephanie Krause stellvertretende Leiterin, jüngst wurde sie auf der Jahrestagung in Bielefeld zur „Chefin“ gekürt. Die „Lagfa“ wird auch finanziell ausgestattet. „Ja, der Leitung – nun also mir – steht eine Vollzeit-Bürokraft zu“, sagt Krause. Noch sei das ­Koordinierungsbüro in Gelsenkirchen beheimatet, die Mitarbeiterin werde aber demnächst nach ­Hagen wechseln. Außerdem wird Stephanie Krause, die in der Hagener Freiwilligenzentrale derzeit 20 Stunden hauptamtlich beschäftigt ist, ihre Stundenzahl aufstocken; die Mehrkosten trägt die „Lagfa“.

Ehrenamtliches Engagement liegt der 40-Jährigen, seitdem sie denken kann, am Herzen. „Ich arbeite mit 15 Eheramtlichen, mit dem Trägerverein und mit Peter Mook, dem Ehrenamtsbeauftragten der Stadt Hagen, eng zusammen.“ Viele Menschen würden sich gern in ihrer Stadt ehrenamtlich einbringen, „die meisten dort, wo wirklich Not und Bedarf herrscht“.

Der Bereich „Hilfe für Flüchtlinge“ sei momentan stark nachgefragt, „wir vermitteln direkte Ansprechpartner zu Diakonie, Caritas, DRK, AWo und BDKJ“. Wer sich entscheidet, sich freiwillig zu engagieren, will sich schnell und unkompliziert einbringen, „und dabei helfen wir“.

Ehrenamt braucht Aus- und Weiterbildung

Stephanie Krause: „Ehrenamt braucht aber auch Begleitung, sprich Aus- und Weiterbildung. Und geringe Kosten wie Fahrgeld müssen übernommen werden. Ursprünglich städtische Aufgaben auf Ehrenamtler abzuwälzen, das funktioniert nicht. Denn der Einsatz ist freiwillig und soll Spaß machen – da darf es keine politischen Fesseln geben.“

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