Stadt Hagen rudert bei Kiosk-Kontrollen zurück

Kiosk-Betreiber Cahit Günes bedient in seinem Laden an der Hestertstraße einen Kunden: Das will er auch weiter ungestört sonntags tun.
Kiosk-Betreiber Cahit Günes bedient in seinem Laden an der Hestertstraße einen Kunden: Das will er auch weiter ungestört sonntags tun.
Foto: WP
Die Stadt Hagen wird nun doch nicht verstärkt die Sonntags-Öffnungszeiten der Kioske kontrollieren. Alles soll so bleiben wie es ist.

Hagen.. Jetzt soll de facto alles wieder so sein wie vor dem amtlichen Schreiben, das Hagens Kiosk-Besitzer auf den Baum und die Volmestadt überregional in die Schlagzeilen gebracht hatte: Der für Ordnung und Recht zuständige Beigeordnete Thomas Huyeng hat im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt, dass die Stadt die Öffnungszeiten der Kioske an Sonn- und Feiertagen nicht verstärkt kontrollieren werde. „Wir werden nur anlassbezogene Kontrollen durchführen. Das heißt: Wenn konkrete Beschwerden vorliegen, dann schauen wir uns das an und greifen auch ein.“

Übersetzt heißt das: Alles bleibt so, wie es auch bislang schon gehandhabt worden ist. Und das klingt ganz anders als das städtische Schreiben, das mehr als 100 Hagener Kiosk-Betreiber erreicht hatte. Darin war auf die Gesetzeslage verwiesen worden, nach der Kioske samstags um 22 Uhr schließen müssen und sonntags maximal fünf Stunden geöffnet sein dürfen. Der Anlass war ein Hagener Supermarkt, der einen Teil seines Ladens sonntags geöffnet hatte und hoffte, so unter die Kiosk-Regelung zu fallen, um damit die Geschäftszeiten auszudehnen.

Protestunterschriften für OB Schulz

Die Stadt stoppte das Ganze und die zuständige Abteilung wies nun in dem Schreiben alle Kioske auf die seit Jahren bestehende Gesetzeslage hin. Die Besitzer sahen dadurch ihre Existenz bedroht, weil der Sonntag besonders umsatzstark ist.

Inzwischen wird das Schreiben nach Informationen unserer Zeitung auch in der Verwaltung als Fehler angesehen. Hagen stand überregional im Ruf, die Kiosk-Kultur aufs Spiel zu setzen. Vor allem, weil andere Städte weiter keinen Handlungsbedarf sehen. Dass Beigeordneter Huyeng nun die Marschroute größtmöglicher Toleranz ausgibt, darf als Reaktion darauf verstanden werden: „Wir wollen die Kioske erhalten.“

Rita Klimmek-Hermann vom „Kiosk Schnuckerlädchen“, in dem sich der Widerstand organisiert hatte, jubelt: „Wir haben gewonnen.“ Trotzdem wollen die Kiosk-Betreiber OB Erik O. Schulz noch Protestunterschriften übergeben.

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