Spielerisch die Natur entdecken

Carolin Annemüller
Teamgeist ist bei den Waldjugendspielen gefragt: Hier müssen die Viertklässler eine Baumscheibe absägen. Foto: Annemüller
Teamgeist ist bei den Waldjugendspielen gefragt: Hier müssen die Viertklässler eine Baumscheibe absägen. Foto: Annemüller

Wehringhausen. Anfeuerungsrufe schallen durch den Stadtwald. Die Viertklässler der Grundschule Franzstraße strengen sich beim Sägen mächtig an. Es dauert ein paar Minuten, bis die dicke Baumscheibe herab fällt. Geschafft. Zumindest schon mal die erste von zehn Stationen bei den Hagener Waldjugendspielen. Anfeuerungsrufe schallen durch den Stadtwald. Die Viertklässler der Grundschule Franzstraße strengen sich beim Sägen mächtig an. Es dauert ein paar Minuten, bis die dicke Baumscheibe herab fällt. Geschafft. Zumindest schon mal die erste von zehn Stationen bei den Hagener Waldjugendspielen.

Die feierten gestern im Hagener Süden rund um den Parkplatz Waldlust Premiere. Mehr als 200 Viertklässler der Grundschulen Kipper, Hestert, Franzstraße, Goldberg sowie der Freien evangelischen Schule waren dabei. Und das ist erst der Anfang. Ab dem kommenden Frühjahr sollen in allen Hagener Stadtbezirken Viertklässler den Stadtwald spielerisch kennenlernen. Mehrere Termine pro Jahr sind daher geplant.

Eicheln sind die Frucht der Eiche

„In einer Kommune mit 1750 Hektar Bürgerwald sollen Kinder in ihrem Wohnumfeld den Wald erfahren“, sagt Mitinitiator Michael Knaup vom Forstamt der Stadt Hagen. „Früher sind die Familien mehr in den Wald gegangen. Mittlerweile ist das out.“ Um möglichst alle Hagener Grundschüler der vierten Klassen anzusprechen, haben das Regionalforstamt Ruhrgebiet und die Schutzgemeinschaft deutscher Wald das Projekt „Waldjugendspiele“ gemeinsam mit dem Hagener Forstbetrieb entwickelt.

Nikola Bruzek-Melzer findet die Idee toll. Die Grundschullehrerin hat sich mit den Viertklässlern von der Franzstraße auf den Weg in den Wald gemacht. „Es sind Stadtkinder. Sie kennen den Wald kaum, obwohl sie ja gar nicht so weit weg wohnen“, bedauert die Pädagogin. Von ihrem Waldpaten Ruven Filmer lernen die Mädchen und Jungen nun, dass die Birke eine weiße Rinde hat und auch ihr Holz fast weiß ist. Oder dass Eicheln die Frucht von der Eiche sind.

Herbstliches ist in Tastboxen versteckt

Dovydas (9) geht normalerweise nicht in den Wald. „Schön ist es hier“, sagt der Junge. Zusammen mit seinen Mitschülern hat er inzwischen die nächste Station gemeistert. In Tastboxen sind Dinge aus dem herbstlichen Wald versteckt. Die müssen mit den Händen ertastet werden. „Ich habe nicht alles erkannt“, sagt Alexandra (10). „Aber es waren Blätter dabei.“ Stimmt. Und gemeinsam findet die Gruppe auch den Rest heraus: Eichhörnchen-Nüsse werden so zu Eicheln, Haare zu Moos.

Interessierte Grundschulen können ihre vierten Klassen bereits jetzt für die Waldjugendspiele 2012 vormerken lassen. Anfragen mit Anschrift der Schule sind per Email zu richten an: michael.knaup@stadt-hagen.de.