SPD setzt auf eine Wassersparte unter dem Dach des WBH

Wer kümmert sich künftig um das Hagener Trinkwasser? Enervie möchte eine Partnerschaft mit den Westfälischen Wasserwerken eingehen, die SPD setzt auf eine Regie des Wirtschaftsbetriebes Hagen.
Wer kümmert sich künftig um das Hagener Trinkwasser? Enervie möchte eine Partnerschaft mit den Westfälischen Wasserwerken eingehen, die SPD setzt auf eine Regie des Wirtschaftsbetriebes Hagen.
Foto: WAZ FotoPool
Pünktlich zur vorentscheidenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zur Zukunft des Wasserwerks in Hengstey präsentiert die SPD ein Konzept, diese Einrichtung der Daseinsvorsorge in Hagen zu erhalten.

Hagen.. Nachdem sich die Verwaltung dem Enervie-Ansinnen angeschlossen hat, das Trinkwasser künftig aus Westhofen beziehen zu wollen, möchten die Genossen mit Hilfe des Wirtschaftsbetriebes Hagen (WBH) den direkten Einfluss auf Erzeugung und Netze wahren. Während WBH-Vorstand Hans-Joachim Bihs im Gespräch mit dieser Zeitung signalisiert, zur Übernahme der Wasserschiene bereit zu stehen, stellt Enervie-Vorstandssprecher Ivo Grünhagen erneut klar: „Wir trennen uns nicht ohne Not von unseren Kerngeschäften.“

Der SPD-Vorstoß sieht vor, dass die Enervie-Gruppe im Rahmen der anstehenden Neugründung einer großen Netzgesellschaft die Hagener Wassererzeugung mitsamt der Versorgungsnetze unter dem Dach der Mark-E in die Krankenhausservice Herdecke GmbH auslagert und dort eine Beteiligung des WBH ermöglicht. „Am Ende könnte eine Überführung unter das Dach des WBH stehen, so dass die gesamte Wassersparte unter dem Gebührenrecht und der Regie des Rates steht“, setzt der SPD-Ratsherr auf Rekommunalisierung und verweist auf den Enervie-Konsortialpartner Lüdenscheid, dessen Wassernetz ebenfalls von der Enervie-Netzgesellschaft ausgeklammert bleibt. Eine Übernahme durch den WBH, so die SPD, könnte Enervie frisches Kapital in dreistelliger Millionenhöhe in die Kasse spülen und Sonderabschreibungen bei den Kraftwerken abfedern.

"Sparten durch Kooperationen stärken"

„Die angeblich drohende Gebührenerhöhung von vier Euro pro Hagener und Jahr müsste uns die Unabhängigkeit von Dritten und die eigene Gestaltungsfreiheit beim Thema Wasser schon wert sein“, drängt König zudem darauf, angesichts der Überkapazitäten eine Teilertüchtigung für Hengstey erneut genau zu prüfen. „Wasser darf nicht den Mechanismen des Aktienrechts und den Gesetzen der Gewinnmaximierung unterworfen werden.“

Doch die Signale aus der Enervie-Zentrale auf Haßley sind unmissverständlich: „Strom, Gas und Wasser sind unser Kerngeschäft“, fehlt Vorstand Grünhagen jegliche Fantasie, diese Sparte in Zukunft unter dem WBH-Dach zu sehen. „Wir suchen immer neue Geschäftsbereiche und möchten unsere Sparten auch durch Kooperationen stärken“, wirbt der Enervie-Manager weiterhin für die strategische Allianz mit den Wasserwerken Westfalen.

 
 

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