SPD hinterfragt Schulverkauf an christlichen Verein

Noch befindet sich das Schulzentrum im Besitz der Stadt Hagen.
Noch befindet sich das Schulzentrum im Besitz der Stadt Hagen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Die SPD hinterfragt den Verkauf des Schulzentrums Wehringhausen an die FESH-Gesamtschule
  • Angesichts der drängenden Probleme in der Schullandschaft müsse umgedacht werden
  • Vertreter der FESH bauen dagegen auf Zusage der Stadt

Wehringhausen.. Die SPD hat den Verkauf des Schulzentrums in Wehringhausen an die Freie evangelische Gesamtschule (FESH) in Frage gestellt. Friedrich-Wilhelm Geiersbach, bildungspolitischer Sprecher der Sozialdemokraten, sorgte mit seiner Erklärung, die angedachte Veräußerung des Schulzentrums sei angesichts der nicht vorhersehbaren Entwicklung der Schülerzahlen in der Stadt möglicherweise nicht mehr zeitgemäß, für Aufregung im Schulausschuss. „Das geht doch nicht, Sie können doch nicht der FESH die Verträge kündigen“, empörte sich Thomas Walter seitens der CDU.

Tatsächlich heißt es in der Präambel des Vertrages zwischen Stadt und Schule, dass das bestehende Mietverhältnis beizeiten in einen Kauf des riesigen Gebäudes durch den Trägerverein der FESH münden soll. Das Mietverhältnis endet im Juli 2018, spätestens dann müsste das Schulzentrum in den Besitz der christlich geprägten Schule übergehen. Nach Informationen unserer Zeitung findet noch in dieser Woche eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Stadt und Trägerverein statt, bei der es auch um den Kaufpreis gehen soll. Im Raum stehen mehrere Millionen Euro.

„Es wird sich schon eine Lösung finden“

Was aber geschieht mit der Schule, wenn die SPD eine Mehrheit für ihren Vorschlag findet und die Stadt das Gebäude doch nicht verkauft? Muss die erst vor zwei Jahren gegründete Gesamtschule ihre Pforten dann wieder schließen? Wird sie in einer anderen Immobilie Unterschlupf finden?

„Es wird sich schon eine Lösung finden“, zeigt sich Thomas Weber vom Trägerverein der FESH von der Diskussion gänzlich unbeeindruckt: „Allerdings hat man uns seitens der Stadt klar signalisiert, dass das Schulzentrum in Wehringhausen für uns vorgesehen sei. Wenn die SPD das nicht will, soll sie uns bitte sagen: Wohin dann mit unseren Schülern?“

Kein alternativer Standort

Rückblick: 2014 ging die FESH-Gesamtschule als vierte Hagener Gesamtschule, allerdings als erste in privater Trägerschaft, an den Start. Inzwischen werden dort in drei Jahrgängen mit jeweils zwei Klassen 140 Schüler unterrichtet. In vier Jahren soll eine gymnasiale Oberstufe eingerichtet werden, um den Schülern den Weg zum Abitur zu ebnen. Zudem hat die Schule mit den fünf Hagener Berufskollegs eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart, die den Schülern den Einstieg ins beruflichen Leben erleichtern soll. Für all diese Vorhaben bietet sich im Wehringhauser Schulzentrum, das sich die FESH derzeit noch mit der Förderschule Friedrich von Bodelschwingh teilt, ausreichend Platz. Ein alternativer Standort ist nicht in Sicht.

Dennoch verlangt die SPD angesichts der durch Flüchtlinge und Zuwanderer hervorgerufenen Umwälzungen in der Schullandschaft, die räumliche Schulentwicklung in Hagen in das integrierte gesamtstädtische Entwicklungskonzept aufzunehmen und in diesem Zusammenhang den Verkauf des Schulzentrums an die FESH zu überprüfen und stattdessen zu untersuchen, welche Schulformen dort angesiedelt werden könnten. „Wir müssen noch einmal darüber nachdenken, was mit dem Schulzentrum geschieht“, forderte Geiersbach.

Da sich die meisten Mitglieder des Schulausschusses von dem Vorschlag überrumpelt fühlten, soll erst in der nächsten Sitzung darüber debattiert werden.

 
 

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