Spannende Zeitreise im Steinbruch

Von Christian Rasche
Geo-Touring, Führung durch den Hohenlimburger Steinbruch
Geo-Touring, Führung durch den Hohenlimburger Steinbruch
Foto: WP

Hohenlimburg.  Es hämmert, klopft und kratzt. Die massiven, steil abfallenden Felswände im Hohenlimburger Steinbruch erwidern jeden Hammerschlag, was für Geologen wie die siebte Symphonie klingt.

Eine spannende Zeitreise erfuhren rund 15 Besucher der Hohenlimburger Kalkwerke, die gemeinsam mit Diplom-Geologin Antje Selter nach Fossilien und Mineralien suchten.

Für die acht Kinder war es ein spektakuläres Ferienerlebnis. Nach einer kurzen Einführung und Standortbestimmung konnten sich die Nachwuchsforscher in das Abenteuer stürzen.

Artenvielfalt

Vor rund 370 Millionen Jahren war an Stelle des heutigen Steinbruchs ein riesiges Riff, das sich von Düsseldorf bis Warstein erstreckte und eine unschätzbare Artenvielfalt beheimatete. Von dem einstigen Trubel unter der Meeresoberfläche ist heute wenig zu sehen. Es sei denn, man schaut genau hin. Inmitten der zerklüfteten Felsformationen und den frisch abgesprengten Steinschichten finden sich plötzlich gut erhaltene, versteinerte Belege für das Leben im Riff.

Brachiopoden und Stromatoporen zählen zu den häufigsten fossilen Funden. Man muss jedoch genau hinsehen.

„Man muss sich eine Viertelstunde ‘eingucken’. Danach weiß man worauf man achten muss“, schmunzelte Antje Selter, die seit mehr als 13 Jahren in den aktiven Steinbruch geht und auf so ziemlich jede Frage eine Antwort wusste.

Auch die Eltern wurden vom Eifer, ein Stück Geschichte mit nach Hause zu nehmen, gepackt. Mit Hammer und Meißel lösten sie die Muscheln aus dem Fels.

„Ich war hier noch nie. Aber ich finde es richtig cool“, war sich die achtjährige Lilly sicher. Die sich nicht entscheiden konnte, welche Steine sie nun mitnehmen sollte.

„Unsere Besucher können so viele Steine mit nach Hause nehmen, wie sie tragen können“, versicherte Selter, die auch von den beiden Steinbruchinhabern Dr. Matthias Lange und Dr. Christian Lange samt Nachwuchs begleitet wurde.

Wirklich spannend und vor allem sehenswert wurde es jedoch erst in den tieferen Abbauschichten. Die eingelagerten Mineralien, vorwiegend Calcit, funkeln im gleißenden Schein der Sonne. Mit ein wenig Glück findet man auch seltene Mineralien, die in den herrlichsten Farben schimmern und begehrte Sammlerstücke sind.

Für die kleinen Nachwuchsforscher und ihre Eltern bot der Hohenlimburger Steinbruch Naherholung und Abenteuer direkt vor der Haustür.

„Hagener Diamant“

Antje Selter verriet, dass aus den Mineralien und Fossilien künftig auch Schmuck hergestellt werden soll. Unter dem Titel „Hagener Diamant“ werden dabei Millionen Jahre alte Steine mit neuem Glanz versehen. Ein Workshop dazu wird es im September am Wasserschloss Werdringen geben. Informationen hierzu werden unter www.geotouring.de bereitgestellt.