Sorgen um einen Stadtteil

Vorhalle..  Das Haushaltssicherungskonzept sorgt für Unruhe im Städtchen. Insbesondere sorgen sich die Vorhaller um ihr Stadtteilhaus. Seit einigen Jahren bietet es dem durch Weststraße und Güterbahnhof zerschnittenen Vorort wieder ein Zentrum, dient Vereinen und Institutionen als Anlaufstelle.

„Am stärksten sorgt die Vorhalle der Vorschlag, das Bürgeramt zu schließen“, beschreibt Sybille Klos-Eckermann. Die SPD-Ratsfrau ist seit 21 Jahren sattelfest in Sachen Vorhalle. Als Zugezogene und Engagierte. Ihre ersten Stadtteilprojekte startete sie 1989. Sie erlebte mit, wie sich das Gesicht des sozial benachteiligten Örtchens langsam positiv veränderte. „Nun müssen wir aufpassen, dass der Stadtteil nicht wieder umkippt“, springt Sven Söhnchen, der sich als SPD-Ratsherr auch in der Bezirksvertretung Nord kümmert, bei.

Zu den Vorhalle betreffenden Einsparvorschlägen wie Bürgeramt schließen, Spielplatz Wortherbruchstraße abbauen kommen für Klos-Eckermann und Söhnchen anderen Entwicklungen „unglücklich“ dazu: Bei der Arbeiterwohlfahrt, dem Ankermieter im Stadtteilhaus, sei viel im Fluss aufgrund anstehender Zuschusskürzungen seitens der Stadt. Dazu kommt das Jugendzentrum, unmittelbarere Nachbar des Stadtteilhauses, ab 2011 in andere Hände. So weit, so einstimmig beschlossen. Dennoch: „Die Sozialarbeiterin der Stadt ist schon ewig in Vorhalle, die kennt jeden. Da geht eventuell was Familiäres verloren“, will Klos-Eckermann damit keinesfalls die Arbeit der Falken im Stadtteil kritisieren. Außerdem ist die Zukunft des Güterbahnhof noch ungewiss, die Drogentherapie muss sich aus dem Stadtteil zurückziehen. In der evangelischen Gemeinde gibt es Überlegungen, das Gemeindehaus zu verkaufen und die Kita anderweitig unterzubringen.

„Das ist eine Gemengelage für Vorhalle. Das ist uns durch die Vorschläge im Haushaltssicherungskonzept bewusst geworden. Netzwerke dürfen nicht zerschlagen werden, in em man ihnen das Zentrum entzieht“, meinen Klos-Eckermann und Söhnchen unisono, die zudem das Vermarktungspotenzial der Immobilie anzweifeln. „Vielleicht muss man sich im politischen Raum Gedanken über ein Konzept für den Stadtteil machen. Auf jeden Fall darf Vorhalle nicht kaputt gespart werden.“

 
 

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