Soko-Pommes und BVB-Devotionalien am Set

Gaby Kolle

Dortmund.  Das Dortmunder Polizeipräsidium liegt in Köln-Bickendorf. In einer alten Schirmfabrik an der Wilhelm-Mauser-Straße geht es ein paar Stufen runter ins Untergeschoss – und schon steht man auf dem langen Flur zu den Büros der Dortmunder „Tatort“-Kommissare. Davor Kabel und Kameras. Noch eine knappe Woche laufen hier die Dreharbeiten für die 4. Folge „Auf ewig Dein“. „Polizeipräsidium Dortmund“ steht am Eingang des Filmsets. „Wir haben das Studio mit den Büros dauerhaft nachgebaut“, erklärt Produzentin Sonja Goslicki. Das ist billiger, als alles vor Ort zu drehen.

Den langen Flur, den man aus dem Dortmund-Tatort kennt, säumen die Büros der Hauptkommissare Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt) sowie der Nachwuchs-Ermittler Nora Dalay (Alyn Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske). Dazu ein Besprechungs-, ein Vernehmungs- und ein Überwachungsraum sowie eine Kaffee-Ecke. Alles dem Polizeipräsidium in Dortmund nachempfunden, bis hin zu den Türschildern. „Kriminalkommissariat 11“ – das ist auch die Bezeichnung des Morddezernats in Dortmund. Allerdings liegen dort diese Büros nicht im Keller, sondern im zweiten Stock. Und sie sind auch nicht so dunkel gestrichen wie der Tatort-Nachbau.

Kein Wunder, dass Kommissar Faber in seiner Dunkelkammer Depressionen kriegt. Auf seinem schwarzen, ziemlich leeren Schreibtisch sind seit der ersten Folge ein paar Accessoires hinzugekommen. Der lebensmüde Hauptkommissar aus Lübeck kommt allmählich in Dortmund an.

Die Lampe ist neu. Ebenso der Computer. Den letzten hat der Pillen schluckende Profiler demoliert. „Auch die zwei Stühle vor dem Schreibtisch sind neu“, sagt Hartmann. Aus der Ecke holt er den berühmten Baseball-Schläger, mit dem er ein Schrottauto zertrümmert hat: „Mit den Macken aus Teil zwei.“ Irgendwann, meint Hartmann, werde Faber so weit sein, etwas Persönliches in sein Büro zu stellen.

Vollgepackt mit Aktenheftern dagegen ist nebenan der Tisch von Hauptkommissarin Boenisch. Das Epizentrum der Aufklärung. „Hier treffen sich alle, von hier habe ich alles im Blick“, sagt Anna Schudt. Auf ihrem Hochglanz-Schreibtisch liegt ein „Durchsuchungs-Sicherheits-Stellungs-Protokoll“. Im Regal stehen Aktenordner mit der Aufschrift „Soko Pommes“, offenbar dem Humor der Ausstatter geschuldet. Auf dem „Mordbrett“ an der Wand Bilder der Opfer und Kommentare im Telegrammstil: „Vermisst Marie Bartok, 12 Jahre alt. 9. Juli Heimweg, Klavierunterricht verschwunden. 15. Juli Leichenfund/Wald“.

Das Büro der beiden Küken im Tatort-Team schmücken schwarz-weiße Dortmund-Motive aus den 60er-Jahren wie das Stadthaus und der Fernsehturm. BVB-Devotionalien – schwarzgelbe Tasse auf dem Schreibtisch, handsignierte Spieler-Autogrammkarten an der Wand – identifizieren die Büro-Ecke von BVB-Fan Daniel Kossik. Langsam fange er an, sich wirklich für Fußball zu interessieren, verrät Stefan Konarske. Zumal er beim Bäcker angesprochen werde: „Sie wissen doch ganz bestimmt, wann heute Abend das Spiel losgeht.“

In Dortmund selbst wurde für die vierte Tatort-Folge nur auf dem Dach des ehemaligen RAG-Hochhauses gedreht sowie unten auf der Straße. Auch wenn sich Faber in seinem Büro in Köln-Bickendorf langsam einlebt, den gebürtiger Herdecker Hartmann zieht es eher an den Original-Schauplatz: „Ich wäre lieber mehr in Dortmund.“