So will die Verwaltung Hagen fahrradfreundlicher machen

Der Bereich von der Bahnhofstraße/Stresemannstraße bis zum Volkspark soll zum  gemeinsam genutzten Raum für Radler und Autofahrer
Der Bereich von der Bahnhofstraße/Stresemannstraße bis zum Volkspark soll zum gemeinsam genutzten Raum für Radler und Autofahrer
Foto: WP
  • Fünf konkrete Ideen
  • Ein Viertel soll gemeinsam genutzter Raum werden
  • Kleines Geld soll große Wirkung erzielen

Hagen.. Die Stadtverwaltung reagiert auf die grottenschlechten Ergebnisse, die Hagen Jahr für Jahr in der Fahrrad-Freundlichkeitsstudie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs abliefert. Dort gehört Hagen unter den Städten seiner Größenordnung zu den fahrradunfreundlichsten Städten Deutschlands. Ein verwaltungsinterner Arbeitskreis hat fünf ganz konkrete Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Mit kleinen Maßnahmen soll große Wirkung erzielt werden.

Radverleih am See

Auf der für Fahrräder attraktiven Radwegestrecke des Ruhr-Radweges entlang des Hengsteysees soll ein mobiler E-Bike-Verleih entstehen. Initiiert wurde das Ganze durch die Teilnahme eines E-Bike-Händlers an der Aktion „Stadtradeln 2015“.

Der Verleih könnte noch einmal ein viel größeres Publikum ziehen, wenn auch endlich wieder der Teil des Ruhrradweges zwischen Lennemündung und Schwerte freigegeben wird. Seit über zwei Jahren ist das Teilstück wegen Abrutschgefahr des Abhangs gesperrt. Die Stadt Dortmund ist hier zuständig. Letzter Stand: Die Dortmunder Verwaltung musste neue Prüfungen vornehmen. Die Richtlinie „Erdbauwerke planen, bauen und instand halten“ hatte sich entscheidend geändert. Zudem würden hohe Planungsanforderungen an die umweltverträgliche Hangsicherung gestellt.

Gemeinsam genutzter Raum

Mit einem sogenannten „Shared-Space-Konzept“ (zu deutsch: gemeinsam genutzter Raum) will die Stadt den Bereich von der Bahnhofstraße/Stresemannstraße bis zum Beginn der Karl-Marx-Straße (Volkspark) umgestalten. Die Idee: Verzicht auf Verkehrszeichen, Signalanlagen sowie Fahrbahnmarkierungen. Verkehrsteilnehmer sollen vollständig gleichberechtigt sein, wobei die Vorfahrtsregel gilt. Alternativ könnte kostengünstig die Bahnhofstraße durch das Aufstellen von Schildern als Fahrradstraße ausgewiesen werden.In Deutschland sind Fahrradstraßen dem Fahrradverkehr vorbehalten. Andere Fahrzeuge dürfen nur dort fahren, wo es durch Zusatzzeichen angezeigt ist.

Radstation

Die Verwaltung prüft die Errichtung einer Radstation am Hauptbahnhof. Und zwar mit Option des Ausbaus zu einer Mobilitätsstation mit Aufladestationen für E-Autos und E-Bikes, Reparaturservice und Leihrädern. Parallel ist angedacht, mit dem Werkhof und dem Jobcenter ein Beschäftigungsprojekt zu entwickeln. Zur Finanzierung könnten Fördermittel eingesetzt werden.

Dienstfahrrad für Mitarbeiter

Außerdem ist angedacht, das sogenannte „Jobrad“ einzuführen – ein Dienstfahrrad-Konzept für Mitarbeiter der Verwaltung. Der
geldwerte Vorteil, der bei der Bereitstellung des Rades durch den Arbeitgeber entstehe, müsse mit einem Prozent des Brutto-Listenpreises monatlich versteuert werden.

Aktion Stadtradeln

Auch 2016 soll Hagen wieder an der Aktion „Stadtradeln“ teilnehmen. 2015 legten 17 auf der Aktions-Homepage registrierte Teams etwa 28.000 Kilometer mit dem Rad zurück und tauschten für die Zeit der Aktion Auto gegen Rad. Bei der Auftaktveranstaltung 2016 am 4. Juni soll es eine Sternfahrt, einen Rikscha-Verleih und Fahrradspenden für Migranten geben. Gesucht werden Stadtradler-Stars, die Pate stehen. Kleiner Wink Richtung Kommunalpolitiker und Verantwortungsträger: Dieses Jahr dürfen sich mehr davon beteiligen, um einen größeren Effekt in der Bevölkerung zu erzielen.

 
 

EURE FAVORITEN