Sigmar Gabriel appelliert an OB Dehm

Sigmar Gabriel, Bundesvorsitzender der SPD (mitte, neben Marcel Goebel, links, und Thomas Knudsen), besuchte die Stadt Hagen und unterhielt sich mit den Beamten der Feuerwehr.
Sigmar Gabriel, Bundesvorsitzender der SPD (mitte, neben Marcel Goebel, links, und Thomas Knudsen), besuchte die Stadt Hagen und unterhielt sich mit den Beamten der Feuerwehr.
Foto: Dietmar Wäsche

Hagen.. Die Feuerwehrleute haben in punkto Beförderungsstau einen prominenten Fürsprecher mehr für sich gewinnen können. Gestern nahm sich der SPD-Vorsitzende Gabriel Zeit und informierte sich im Rathaus über die Situation der Beamten.

Den Knoten lösen konnte Gabriel freilich nicht. Denn als Vorsitzender einer SPD in der Bundesopposition kann er über Beförderungen weder in Hagen noch sonst wo entscheiden. Dennoch richtete er einen direkten Appell an Oberbürgermeister Jörg Dehm (CDU). Wenn ihm die Beförderungen ernst seien, solle er doch den Regierungspräsidenten über seine Absicht informieren und dann die Beförderungsurkunden ausstellen. „Sie haben zwei Chancen. Entweder Sie fahren nach Arnsberg und sprechen mit Bollermann oder Sie schreiben ihm einen Brief“, schlug Gabriel vor.

Dehm selbst sieht sich weniger in der aktiven Rolle. Natürlich ließ er keinen Zweifel daran, wie wichtig auch ihm persönlich die Beförderungen seien. „Allerdings muss ich mich an die Spielregeln halten und die lassen in der aktuellen Gesetzeslage eben keine Beförderungen zu“, stellte Dehm klar und beteuerte erneut, dass er bei entsprechenden Signalen aus Düsseldorf oder Arnsberg bereit sei, die Urkunden innerhalb weniger Stunden auszustellen.

Mit am Tisch saßen auch örtliche Spitzengenossen. Die verwiesen auf die anstehende Gesetzesänderung, die Rot/Grün im Land auf den Weg gebracht habe und die es schon jetzt anzuwenden gelte. Das allerdings scheint dem Verwaltungsfachmann Dehm zu dünnes Eis zu sein. Allerdings: „Ich werde meinerseits keine neuen Hürden aufbauen und jeden Weg mitgehen, der Beförderungen möglich macht“, versprach er den Feuerwehrleuten. Ein entsprechendes Gespräch könne er gern vermitteln, stellte Landespolitiker Wolfgang Jörg (SPD) prompt in Aussicht.

Dass Sigmar Gabriel überhaupt den Weg nach Hagen zum Gedankenaustausch gefunden hatte, war einem gemeinsamen Auftritt von Marcel Goebel und Thomas Knutzen von der Hagener Feuerwehr sowie Gabriel im Polit-Talk Maybritt Illner geschuldet. Dort hatte er versprochen, sich vor Ort persönlich zu informieren.

 
 

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